Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die beiden Räuber das Taxi kurz nach Mitternacht am Barfüsserplatz bestiegen und sich an den Schorenweg fahren lassen. Dort legte der hinten sitzende Täter dem Taxichauffeur ein Drahtseil um den Hals und würgte ihn. Der vorne sitzende Räuber raubte dem Opfer derweil das Portemonnaie und schlug dem Mann mehrmals die Faust ins Gesicht.
Darauf nahmen die beiden Räuber den Autoschlüssel an sich und machten sich zu Fuss aus dem Staub. Unter Schock begab sich der Taxifahrer zu Fuss zum Claraposten und meldete den Überfall. Eine sofort eingeleitete Fahndungsaktion verlief erfolglos. Nach einer kurzen ärztlichen Untersuchung konnte der leicht verletzte Chauffeur nach Hause gehen. (SDA)
Die Frau hatte blonde Haare und sprach Schweizerdeutsch. Der Mann sprach Französisch und gebrochen Deutsch. Der Taxichauffeur, welcher diese Fahrt ausgeführt hatte, wird gebeten sich bei der Stadtpolizei, Telefon 0 444 117 117 zu melden, damit er als Auskunftsperson befragt werden kann.
Aus ermittlungstechnischen Gründen gibt die Stadtpolizei keine zusätzlichen Informationen zum Delikt bekannt.
Als Präsident des Taxi-Vereins erhalte er regelmässig Reklamationen von Fahrgästen. «Es wird Zeit, dass das Taxireglement verschärft wird», sagt Hans-Rudolf Muri. Insbesondere müssten die Prüfungen strenger werden.
«Ein übersättigter Markt»
Mit diesem Anliegen stösst Muri bei Marc Heeb, dem Leiter der Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern, auf offene Ohren. «Wir sind derzeit mit Regierungsrat Hans-Jürg Käser im Gespräch», erklärt Heeb. Das Taxireglement ist zwar Sache der einzelnen Gemeinden, die übergeordnete Taxiverordnung aber Sache des Kantons. Im Reglement können lediglich ergänzende Vorschriften erlassen werden. «Wir haben dem Kanton Ideen vorgetragen, die aus unserer Sicht klare Verbesserungen bringen», erklärt Heeb. «Es ist aber verfrüht, konkret über einzelne Massnahmen zu diskutieren.» Seit der Liberalisierung 1993 herrsche im Taxigewerbe kein Gleichgewicht mehr zwischen Angebot und Nachfrage. Aber die Gewerbefreiheit verunmögliche es, jemandem den Einstieg ins Taxigewerbe zu verbieten. Wer die Taxiprüfung bestanden habe und in den letzten zwei Jahren 1500 Stunden als Täxeler gefahren sei, habe Anspruch auf die Taxihalterbewilligung. «Wir sagen den Leuten zwar, dass sie sich in einen übersättigten Markt begeben, aber wir können nicht alle vor ihrem Unglück schützen.»
Die Kontingentierung ist Sache des Kantons, und sie wurde Anfang der 1990er-Jahre aufgehoben.
Drohung gegen Beamte
Die Gewerbepolizei will den Hebel nun anderweitig ansetzen, unter anderem bei den Taxiprüfungen. «Diese müssen in Theorie und Praxis verschärft werden», sagt Marc Heeb. Denkbar sei auch, dass man vor der Taxihalterbewilligung länger Taxi gefahren sein müsse. In einem Punkt hat die Gewerbepolizei «die Schraube bereits angezogen». Heeb: «Wir haben in den letzten Jahren immer öfter Bewilligungen entzogen, in vielen Fällen wegen Drohungen gegen Beamte und wegen schwerer Verkehrsregelverletzungen.
Wie viele Taxifahrer das betrifft, will Marc Heeb nicht bekannt geben. Was auch immer wieder vorkomme, sei das verbotene, sogenannte «Wischen». Täxeler etwa aus Biel und Thun würden vermehrt ohne Auftrag in der Stadt Bern herumfahren und Kunden aufgabeln, in der Hoffnung, in Bern mehr Umsatz zu machen.
«Qualität hat gelitten»
Mit der Taximisere hat sich in den letzten Jahren auch mehrmals der Stadt- und Gemeinderat sowie der Verein Entente Bernoise beschäftigt. «Die Liberalisierung hat weder beim Preis noch bei der Qualität die erwünschten Effekte gezeigt, Letztere hat arg gelitten», monierte etwa die SP in einer Motion. In der Stadt würden tatsächlich zu viele Taxis fahren, schrieb der Gemeinderat in der Antwort. «Eine Kontingentierung ist überprüft worden, aber wegen der fehlenden gesetzlichen Grundlage nicht realisierbar.» Jetzt ist laut Marc Heeb und Taxi-Vereinspräsident Hans-Rudolf Muri der Kanton gefragt. Er soll endlich ein Machtwort sprechen.
(Berner Zeitung)
Basler Zeitung
Zürich 26.11.2010
Der heute 46-jähriger Taxilenker geriet vor zwei Jahren während der Arbeit aufgrund der verdächtigen Fahrweise in eine Polizeikontrolle. Das Ergebnis der Blutprobe war erschreckend. So hatte der Lenker am helllichten Tag nicht nur 1,15 Promille Alkohol im Blut, sondern wies auch eine beachtliche Menge Marihuana im Blut auf.
Wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie Missachtung diverser Taxivorschriften kassierte der Mann im Frühling 2009 am Bezirksgericht Zürich eine unbedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 500 Franken Busse. Zudem wurde ihm Herbst 2009 der Führerausweis für unbestimmte Zeit entzogen.
Sprachkenntnisse als Hindernis
Der Tessiner, der ursprünglich aus Nigeria stammt, versuchte sogleich, das Billett wiederzuerhalten. Ein verkehrsmedizinisches Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin fiel für ihn allerdings vernichtend aus. So sei der Mann schlicht für das Autofahren nicht geeignet, befanden die Experten.
Dennoch fuhr der Angeklagte am vergangenen 13. März trotz Fahrverbots mit seinem Personenwagen durch den Milchbucktunnel. Am Freitag erklärte der Angeklagte vor Gericht, dass er gar nicht mitbekommen habe, dass er nicht mehr fahren dürfe. Vor Gericht konnte er sich wegen unzulänglicher Deutschkenntnisse lediglich mit Englischkenntnissen via Dolmetscher äussern.
Unbedingte Busse von 1200 Franken
Die Staatsanwaltschaft verlangte 360 Stunden gemeinnützige Arbeit unbedingt. Allerdings vergebens, da der Angeklagte erklärte, dass er infolge von Rückenschmerzen für körperliche Arbeit nicht geeignet sei. Deshalb legte das Zürcher Bezirksgericht für den Familienvater eine unbedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 20 Franken, also insgesamt 1200 Franken fest.
Quelle Tagesanzeiger
Zürich 17.11.2010
Es war eine deutliche Entscheidung: Mit 25 zu 0 Stimmen hat die Verkehrskommission des Nationalrats (KVF) am Montag eine Motion verabschiedet, die den Bundesrat beauftragt, für Taxis eine Ausnahmeregelung in Sachen Kindersitz-Pflicht zu schaffen. Damit wehrt sich die KVF gegen die im April in Kraft getretene Verordnung, nach der alle Kinder bis 12 Jahre und unter 1,50 Meter Körpergrösse mit einer EU-zertifizierten Babyschale, einem Kindersitz oder einer Sitzauflage gefahren werden müssen. Und zwar, ausser im öffentlichen Verkehr, immer und ausnahmslos.
«Die jetzige Praxis ist so: Entweder der Taxifahrer hat stets zwei bis drei Kindersitze dabei und dadurch keinen Platz mehr für Gepäck, oder aber er riskiert eine Busse, weil er Kinder transportiert, ohne sie in Sitze zu setzen», sagt FDP-Nationalrat und Kommissionsvizepräsident Markus Hutter. In vielen Fällen, so die Erfahrung, weigerten sich die Taxifahrer deshalb grundsätzlich, Familien mitzunehmen obwohl sie eigentlich dazu verpflichtet wären. «Die Kindersitz-Pflicht in Taxis ist ein klassisches Beispiel von Überregulierung mit verheerenden Auswirkungen.»
Zudem zeigten Unfallzahlen, dass Taxis nur selten in Unfälle und noch seltener in Unfälle mit Kindern verwickelt seien, so Hutter. Seine Kommission habe sich deshalb klar dafür ausgesprochen, dass der Bundesrat eine «zweckmässigere Regulierung findet, die nicht zu einer unverhältnismässigen Belastung der Taxifahrer führt».
«Sehr glücklich» über das klare Abstimmungsresultat ist der Genfer SP-Nationalrat Carlo Sommaruga. Er war es, der bereits im Juni 2009 interveniert und im vergangenen März schliesslich eine entsprechende parlamentarische Initiative eingereicht hatte. 105 Nationalräte von links bis rechts unterschrieben seine Forderung, Taxis in Stadtgebieten der Kindersitz-Pflicht zu entheben.
Am Montag zog Sommaruga seine Initiative, die eine Gesetzesregelung verlangt hätte, zugunsten der Motion zurück: «Der Druck auf den Bundesrat, etwas zu ändern, ist viel grösser, wenn die ganze Kommission hinter meinem Anliegen steht.» Zudem gehe eine Verordnungsänderung schneller vonstatten als eine Gesetzesänderung. Sommaruga hofft, dass sich der Bundesrat dabei an Ländern wie England, Holland, Spanien oder Italien orientiert, die für Taxitransporte Ausnahmen erlassen haben.
Einen weiteren Vorteil der Motion sieht Sommaruga in der Ausweitung der Gebiete, in denen Taxifahrer auf Kindersitze verzichten dürfen. FDP-Nationalrat Hutter pflichtet ihm bei: «Die Frage ist: Wo hört die Stadt auf? Und wie wird kontrolliert, ob einer ohne Kindersitz in ein kindersitzpflichtiges Gebiet fährt?» Es mache deshalb Sinn, dass der Bundesrat die Bestimmung der Ausnahmegebiete den Kantone überlasse.
Die Taxiunternehmer selbst reagieren erleichtert auf die Nachricht aus dem Bundeshaus: «Fällt die Kindersitz-Pflicht weg, wird es einfacher für uns und unsere Gäste», sagt etwa Grégoire Allet von Taxi 444 in Zürich. Derzeit bietet das Unternehmen Fahrten mit Kindersitzen nur bei expliziter Bestellung und einem Zuschlag von 20 Franken an. Im Auto führen die Chauffeure aus Platzgründen einzig Sitzauflagen für ältere Kinder mit. «Für Familien, die spontan am Taxistand in ein Fahrzeug steigen wollen, ist es mühsam.»
Frühestens in einem Jahr
Gegen die Verordnung liefen im letzten Frühling auch Schulbusbetreiber und Sportverbände Sturm. Sie protestierten, sie müssten mehr Fahrzeuge einsetzen, weil die Sitze Platz wegnähmen und viel mehr Kinder Sitze benötigten (TA vom 17. 3.). Die Ausnahmeregelung der Taxis auf Schulbusse und Sportverbände auszuweiten, sei vorerst aber nicht geplant, so Hutter. Sowieso dauert es noch mindestens ein Jahr, bis die Taxifahrer tatsächlich wieder ohne Kindersitze fahren dürfen. Als Nächstes muss der Nationalrat, dann der Ständerat über die Motion befinden. Die Chancen für eine Zustimmung stehen laut Hutter «sehr gut».
Für Kinder und deren Eltern dürfte es in Zukunft wieder einfacher werden, ein Taxi zu ergattern.
Quelle Tagesanzeiger
Gemäss Manfred Bruhn, Professor für Marketing und Unternehmensführung an der Universität Basel, liegt die Kosten-Leistungs-Relation der Dienstleistung Taxifahrt in der Schweiz im Argen. «Natürlich schlagen in der Schweiz Personalkosten stärker zu Buche als andernorts», so Bruhn. Doch in anderen Städten mit hohen Lebenshaltungskosten kostet eine Taxifahrt laut dem «Price of Travel»-Vergleich markant weniger: In New York etwa schlägt eine Drei-Kilometer-Fahrt mit maximal 12 Franken zu Buche.
Die Kosten sind allerdings nur die eine Seite der Medaille. Man müsse auch untersuchen, ob die eigentliche Leistung einer Taxifahrt besser sei als in anderen Städten, wo das Vergnügen günstiger ist, findet Bruhn.
Zur Leistung einer Taxifahrt gehört gemäss dem Marketingexperten einerseits die reine Logistik: Der Transport von A nach B also. Selbstredend unterscheidet der sich kaum; egal in welchem Land dieser geschieht. Der zweite Teil der Leistung ist der Service. Und da hakt Bruhn ein: «Ist der Service in der Schweiz wirklich besser als im Ausland? Rechtfertigt er den hohen Preis? Meiner subjektiven Meinung nach tut er das nicht.»
Bruhn ist überzeugt, dass es eigentlich grosse potenzielle Kundensegmente gäbe, wo die Zahlungsbereitschaft auch auf dem Schweizer Preisniveau gegeben ist. «Aber sogar diese Gruppe spürt die Vorteile einer Taxifahrt zu wenig und benützt die Chauffeurdienste darum kaum.»
In der Schweiz kommt für Taxiunternehmen noch erschwerend hinzu, dass der öffentliche Verkehr für lediglich einen Zehntel des Preises vergleichsweise eine sehr gute Leistung anbiete. Trotzdem ist Bruhn überzeugt: «Würden die Preise fallen, würden auch mehr Leute mit dem Taxi fahren.
Fixierte Taxitarife
Speziell an den Zürcher Taxis sind die vom Polizeidepartement fixierten Taxitarife.
Behördlich ist eine Grundtaxe von 6 Franken plus 3.8 Franken pro Kilometer festgelegt.
Quelle 20minuten
Liebi ist damit in bester Gesellschaft. Auch die Tagesanzeiger.ch-Leser empören sich: «Selbst Hochpreisstädte wie Tokio oder London lassen wir weit hinter uns!», schreibt Bruno Helbling. Leser Tom Müller hält die Tarife für «ein Paradebeispiel, was passiert, wenn der Staat die Preise festsetzt».
Wie kommt es, dass Taxifahren in Zürich so teuer ist? Liebi vermutet politische Gründe. Die Tarife werden vom Gemeinderat beschlossen. «Man will die Leute offenbar auf den ÖV zwingen und das Taxifahren unattraktiv machen.» 65 Franken vom Tiergarten zum Flughafen oder 23 Franken vom Rathaus nach Wiedikon seien aber «absolut jenseits».
SP-Fraktionspräsidentin Min Li Marti hält wenig von tieferen Taxitarifen. «Es gibt schon jetzt viele Taxifahrer, die schlecht verdienen.» Wenn die Stadt Zürich die Preise senkt, würde das soziale Problem noch verschärft. Heute gebe es ein Taxi-Überangebot, obwohl theoretisch der Markt spielen müsste.
Immer wieder werden Vorfälle bekannt, bei denen Taxifahrer sich weigern, Passagiere etwa vom Hauptbahnhof zur Uni zu transportieren die Chauffeure wollen ihren Standplatz nicht für ein paar Franken opfern. Würden die Preise gesenkt, befürchtet Guido Trevison, Gemeinderat der Grünliberalen, dass es noch mehr derartige Auseinandersetzungen geben könnte. Bei der Diskussion um die Höhe der Tarife stelle sich vor allem eine Frage, meint Trevisan: «Klönen die Taxifahrer auf Vorrat oder verdienen sie tatsächlich zu wenig?»
Die Preise seien laut Stadtpolizei etwa richtig. Seit 2008 kostet ein Taxi in Zürich 6 Franken Grundtaxe und 3.80 Franken pro Kilometer. Wartezeiten in Staus können zusätzlich mit 69 Franken pro Stunde zu Buche schlagen.
Damit sind die Zürcher Taxis die teuersten der Welt. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Oslo, Monaco, Amsterdam und Helsinki. Die Preise sind höher als in anderen Hochpreisstädten in London etwa kostet die Fahrt über drei Kilometer maximal 14.50 Franken, in New York maximal 12 Franken und in Hongkong etwas über 5 Franken, wie Price of Travel berechnete.
Die bisherigen Ermittlungen des Kriminalkommissariates ergaben, dass zwei Männer am Bahnhof SBB einem Taxi zustiegen und als Fahrziel das Bruderholz angaben. Auf dem Weg dorthin verlangten die Beiden, zurück ins Gundeldingerquartier gefahren zu werden. In der Lerchenstrasse gaben sie vor, aussteigen zu wollen. Als
der Schofför hielt, wurde er mit einem Messer massiv bedroht und geschlagen.
Anschliessend raubten ihm die Täter das Portemonnaie und flüchteten in unbekannte Richtung. Der Chauffeur erlitt eine Schnittwunde an der Hand und Schlagverletzungen am Kopf. Die Sanität mußte ihn in die Notfallstation einweisen. Eine sofortige Fahndung blieb erfolglos.
Gesucht werden:
1. Unbekannter mit Messer, zk. 22 Jahre alt, zk. 160 Zm. groß, mittlere Statur, kurze, schwarze Haare, hatte schwarz-weissen „Arafatschal" um den Kopf gebunden, sprach gebrochen Deutsch
2. Unbekannter, ca. 22 Jahre, zk. 180 Zm. groß, schlank, ovale Kopfform, gepflegte Erscheinung, kurze schwarze Haare, trug Jacke, sprach gebrochen Deutsch
Gemäss Angaben des Opfers handelt es sich beim ersten Täter um einen Osteuropäer, beim zweiten um einen Schwarzafrikaner.
Personen, die sachdienliche Hinweise zu diesem Raub geben können, werden gebeten, sich mit dem Kriminalkommissariat Basel-Stadt, Tel. 061 267 71 11, oder mit der nächsten Polizeiwache in Verbindung setzen.
Ein Taxifahrer nutzte schamlos das Vertrauen seiner weiblichen Fahrgäste aus.
In einem Fall brachte der 45-jährige Tarkan S.* eine Kundin nach Hause und fuhr einfach weiter, als sie zahlen wollte. Dann packte er ihre Hand und legte sie sich in den Schritt. Die Frau riss die Hand zurück und erklärte dem Fahrer zur Beschwichtigung, er solle ihr seine Nummer aufschreiben, sie werde ihn später anrufen. S. fuhr die Frau daraufhin heim. Ein anderes Mal begleitete er eine Betrunkene in ihre Wohnung, als sie Geld holen wollte. Dort angekommen bot er der Frau an, sie könne die Fahrkosten auch begleichen, indem sie «ein wenig lieb mit ihm sei». Als sie dies vehement ablehnte, packte er ihre Hand und legte sie in seinen Schritt.
Vor Gericht bestritt S. alles. Er wurde dennoch zu einer Busse von 500 Franken, einer bedingten Geldstrafe und drei Jahren Probezeit verurteilt. Der Gerichtspräsident erklärte, dass die Tat schwer wiege, da er «das Vertrauen, das man gegenüber Taxifahrern hat», schamlos ausgenutzt habe.
*Name geändert
Zürich 24. September 2010
HOPPLA
Taxifirma schweigt: Zum Vorfall sagt Alpha-Taxi nichts.
Die Praxisassistentin hat für die 90-jährige Patientin wie immer nach ihrem Arztbesuch ein Taxi gerufen; die ältere Dame ist, wie es ihr Arzt ausdrückt, «geistig und biologisch absolut auf der Höhe», das Gehen bereitet ihr jedoch Mühe, und sie läuft deshalb an einem Stock. An diesem Morgen aber steht die Patientin schon nach wenigen Minuten wieder in der Praxis; sie ist völlig aufgelöst, den Tränen nahe.
Der Taxifahrer hatte sich geweigert, sie mitzunehmen. «Ich transportiere keine Krüppel», herrschte er sie an. Sie solle sich an die Spitex wenden, wenn sie befördert werden wolle. Dann fuhr er ohne ein weiteres Wort davon.
«Das ist schlicht katastrophal», entrüstet sich Jürg Fritschy, der Arzt der Patientin, noch heute. So etwas gehe einfach nicht. Seit Jahren bestelle man in der Praxis bei Bedarf Taxis, aber so etwas sei noch keinem seiner Patientinnen oder Patienten widerfahren. Die Praxisassistentin organisierte der Patientin darauf ein anderes Taxi, das sie nach Hause brachte.
Jürg Fritschy wollte den Vorfall aber nicht auf sich beruhen lassen und rief die Taxizentrale, die Alpha Taxi mit Sitz in Zürich, nochmals an. Dort sagte man ihm, es sei kein Problem, den Fahrer ausfindig zu machen. Man stelle ihn zur Rede.
Danach hörte der Arzt einen Monat lang gar nichts. Erst als er mit einem Brief mit Kopie an Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) und an den «Tages-Anzeiger» nachdoppelte, meldete sich Alpha Taxi telefonisch bei ihm und liess ihm ausrichten, der betreffende Fahrer sei entlassen worden. Zu spät, fand der Arzt. Er wollte, dass der Taxihalter seine Haltung schriftlich darlegt, hörte aber bis heute nichts mehr von ihm.
Von Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) hingegen bekam er bereits einen Tag später einen Brief. Leupi unterstützt die Position des Arztes und lobte ihn für seinen Einsatz. Wie sein Sprecher Reto Casanova sagt, wird das Polizeidepartement dem Vorfall nun genau nachgehen. Der Taxifahrer müsse mit Konsequenzen rechnen.
Für den «Tages-Anzeiger» war auch nach mehrmaliger Nachfrage niemand von Alpha Taxi für eine Stellungnahme erreichbar. Der Arzt hat die Patientin nach dem Vorfall nicht mehr gesehen; sie war wenig später wegen ihrer Gehbehinderung hospitalisiert worden.
Ein scheinbar kleiner Nachbarschaftsstreit ruft die EU auf den Plan: Zwei EU-Abgeordnete fordern die Brüsseler Kommission auf, sich in den Konflikt um den Zugang deutscher und österreichischer Taxifahrer zum Flughafen Zürich einzuschalten. Auf Schweizer Seite ist das Bundesamt für Verkehr (BAV) um Entspannung bemüht und hat eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt.
Für den Europa-Abgeordneten Richard Seeber von der konservativen Volkspartei (ÖVP) wäre es ein klarer Fall von Diskriminierung, wenn Taxifahrer aus seiner Tiroler Heimat und aus dem Vorarlberg am Flughafen Zürich keine Gäste mehr laden dürften. «Man kann nicht am Binnenmarkt alle Exportvorteile nutzen und gleichzeitig immer dann die Grenzen dichtmachen, wenn es ein einheimisches Gewerbe so will», kritisiert auch der konservative EU-Abgeordnete Andreas Schwab aus Baden-Württemberg das drohende Abholverbot.
Ursprünglich wollte die Stadt Kloten unter Druck der einheimischen Taxifahrer dieses Verbot bereits ab Anfang 2011 durchsetzen. Nun will die Schweizer Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundes, des Kantons Zürich, der Stadt Kloten und des Flughafens bis zum nächsten Frühjahr «Lösungsansätze erarbeiten, die sowohl die schweizerischen als auch die grenzüberschreitenden Interessen berücksichtigen», wie das BAV mitteilt. Kloten hat zudem versprochen, ausländische Taxifahrer vorerst nicht zu büssen.
Seeber will jedoch den Druck aufrechterhalten und nächste Woche über eine parlamentarische Anfrage die EU-Kommission auffordern, mit der Schweiz Verhandlungen zur Lösung des Problems aufzunehmen. Die Schweiz müsse ihren Verpflichtungen nachkommen und dürfe kein «Rosinenpicken» betreiben.
Der Tiroler weiss, dass es für Kleinunternehmer in seiner Heimat ein Problem ist, wenn sie nicht mehr wie bisher in der Wintersaison Touristen vor allem aus Übersee in Kloten abholen können. Er ärgert sich besonders darüber, dass die Schweiz sich für das geplante Verbot auf einen 50 Jahre alten Staatsvertrag mit Österreich stützen will, der in diesem Punkt nie angewandt worden sei. Die EU und die Schweiz strebten doch nach guten Beziehungen. Da passt es aus Sicht von Richard Seeber nicht, wenn die Schweiz «totes Recht» plötzlich buchstabengetreu anwenden wolle.
Richard Seeber und der Baden-Württemberger Andreas Schwab haben zusammen im zuständigen Parlamentsausschuss dafür gesorgt, dass der Taxi-Streit im Binnenmarktbericht über die Hürden zwischen der Schweiz und der EU Eingang findet. Über den Bericht stimmt das Europa-Parlament ebenfalls nächste Woche ab. Im Bericht sind auch andere Hürden aufgeführt, die aus Sicht der EU nicht im Einklang zu den bilateralen Abkommen mit der Schweiz sind. Dazu gehört etwa die umstrittene Vorschrift, dass Gewerbebetriebe aus dem benachbarten Grenzgebiet sich acht Tage im Voraus anmelden müssen, bevor sie einen Auftrag ausführen.
Es gehe zwar bei jedem Punkt immer nur um Kleinigkeiten, so der Baden-Württemberger Schwab. Doch die «Summe der Widrigkeiten» nerve die Bevölkerung im Grenzgebiet zur Schweiz zunehmend. Dass zumindest im Taxi-Streit die Schweiz noch einmal über die Bücher will, wird in Baden-Württemberg deshalb positiv zur Kenntnis genommen: «Ich begrüsse die Einsetzung der Arbeitsgruppe und den vorläufigen Verzicht auf Bussgelder als wichtigen Schritt zur Versachlichung der Diskussion», liess Verkehrsministerin Tanja Gönner verlauten.
Bernd Klug vom Verband des Verkehrsgewerbes Südbaden zeigt sich auf Anfrage zuversichtlich, mit der Schweiz eine Lösung in der Taxi-Frage finden zu können: in Form von überarbeiteten zwischenstaatlichen Verträgen. Bereits existiert ein Abkommen zwischen Österreich und Deutschland «mit Kompromissregeln, die man durchaus auch auf den deutsch-schweizerischen Verkehr anwenden könnte».
Das deutsche Abkommen mit Österreich regelt, dass die Aufnahme neuer Fahrgäste im anderen Staat nur zulässig ist, wenn der «Beförderungsvertrag» im einen Staat abgeschlossen worden ist, bevor die Taxigäste im anderen Staat eintreffen. Das würde verhindern, dass deutsche Taxis auf gut Glück neue Kunden in Kloten zusteigen lassen könnten. Erlaubt wären auch Fahrten von der Schweiz nach Deutschland, wenn dasselbe Taxiunternehmen die Betreffenden zuvor bereits in die Schweiz gebracht hätte. Erlaubt wären zudem Taxifahrten auf Bestellung zwischen den Staaten innerhalb einer genau zu definierenden Grenzzone.
Die deutsch Konkurrenz macht ihnen weiter das Geschäft streitig
Flughafen Zürich
Bis Ende August hätten die deutschen Taxihalter ihre Zugangsberechtigung zum Taxibereich abgeben müssen. Nun weicht die Flughafen Zürich AG von ihrem Vorhaben ab, deutschen Taxis die Aufnahme von Fahrgästen zu verbieten. Wie Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling gegenüber dem «Landboten» erklärt, sei nach Gesprächen mit deutschen Organisationen letzte Woche ein entsprechender Brief an 200 ausländische Taxihalter verschickt worden.
Zuerst müssten offene Fragen um die Staatsverträge geklärt werden, begründet Zöchling den Schritt. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Verkehr (BAV). Dort spricht man von Abklärungen, die im Gange seien. Diese würden mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Das Ergebnis sei offen. Die Verträge zwischen den beiden Ländern seien zwar formell nach wie vor gültig, da es aber noch andere Abkommen und Regelungen gebe, müsse man die Zusammenhänge prüfen.
Die Stadt Kloten, zuständig für die Umsetzung der staatlichen Vorgaben, wartet nun laut ihrem Sicherheitsverantwortlichen Thomas Grädel auf neue Vorgaben des BAV. Die IG Airport Taxi, deren Mitglieder durch eine Petition auf die Staatsverträge aus den Jahren 1953 und 1958 aufmerksam machten, reagieren überrascht. «Ich sehe nicht ein, weshalb das Verbot nicht durchgesetz werden könnte», zitiert der Landbote deren Präsidenten Serge Cuendet.
Aus Deutschland liegt bisher eine Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor: Taxifahrer können aufatmen, schreibt sie in ihrer Mitteilung.« Das Problem ist zwar noch nicht endgültig gelöst, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt IHK-Sprecher Claudius Marx. Man rechne damit, dass bis Ende Jahr die rechtlichen und politischen Fragen geklärt seien.
Die deutschen Taxifahrer haben nun eine Aufforderung erhalten, ihre Parkgenehmigung für den Zürcher Flughafen umgehend zurückzugeben. Dagegen wehrt sich das Netzwerk «Wirtschaft am Hochrhein», wie die Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee (IHK) am Freitag mitteilte. Bis die Stadt Kloten das Verbot ordnungsrechtlich umsetze, solle auch auf den Entzug der Parkbewilligungen verzichtet werden.
Neuverhandlung prüfen
Die zuständigen Verkehrsministerien Deutschlands und der Schweiz hätten dann ausreichend Zeit, das Verbot aus der Nachkriegszeit auf Vereinbarkeit mit den bilateralen Verträgen zu prüfen. Auch die Möglichkeit einer Kündigung und Neuverhandlung könnte erwogen werden.
«Wir brauchen nicht weniger Mobilität über die Grenze hinweg, sondern mehr - und dies am Boden und in der Luft,» heisst es in der Mitteilung. Zum Netzwerk «Wirtschaft am Hochrhein» gehören 20 Wirtschaftsorganisationen aus Deutschland, Österreich, der Ostschweiz und den Kantonen Zürich, Schaffhausen, Aargau und Basel.
Den in der IG Airport Taxi zusammengeschlossenen Taxihaltern mit ihren 137 Konzessionen am Flughafen ist diese Konkurrenz schon lange ein Dorn im Auge. Sie hatten aber kein Gegenmittel in der Hand, bis ein cleverer Taxifahrer herausfand, dass dieser Zustand eigentlich illegal ist. Seit 1953 bzw. 1958 bestehen zwischen der Schweiz und den beiden Nachbarn Deutschland und Österreich nämlich Staatsverträge, die das gewerbsmässige Abholen von Fahrgästen an Orten verbietet, die mehr als 5 (Deutschland) oder 10 Kilometer (Österreich) entfernt liegen. Von diesen Verträgen wusste aber niemand etwas, «weil sie in keinem Gesetz stehen», sagt Thomas Grädel, Leiter Sicherheit in der Stadt Kloten.
Im Dezember 2009 reichten die 138 Taxichauffeure der Airport Taxis unter Berufung auf die Staatsverträge eine Petition bei der Gewerbepolizei Kloten, dem Bundesamt für Verkehr, der Kantonspolizei und der Flughafen Zürich AG ein. Die Stadt Kloten liess den Sachverhalt beim Bundesamt für Umwelt, Verkehr und Energie (Uvek) abklären. Und siehe da: Die Taxichauffeure hatten recht. Das Verbot existiert und muss nun auf Geheiss des Uvek umgesetzt werden. Konkret geht es um ein Abkommen über den grenzüberschreitenden Verkehr, das für Taxis, Limousinen und Personenwagen bis zu 9 Sitzplätzen gilt.
Laut Grädel haben 171 Taxihalter aus Deutschland und Österreich dieser Tage Post von der Flughafen AG und der Stadt Kloten erhalten, in der sie auf das Verbot hingewiesen werden. «Aus Gründen der Verhältnismässigkeit» würden Widerhandlungen gegen die Abkommen aber erst ab Anfang 2011 geahndet, schreibt die Stadt Kloten. Ab dann dürfen die ausländischen Taxifahrer zwar weiterhin Gäste an den Flughafen bringen, müssen aber leer zurückfahren. Mit welcher Strafe der «Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung» belegt werden wird, weiss Grädel nicht. Für die Durchsetzung ist die Kantonspolizei in Zusammenarbeit mit der Stadt Kloten zuständig.
Wie hat der findige Taxifahrer von den Staatsverträgen erfahren, die bisher niemand gekannt haben will? Von einem österreichischen Kollegen, dem er sein Leid über die Konkurrenz geklagt hatte. In Österreich würden solche Probleme mit Staatsverträgen geregelt, belehrte ihn der Kollege. Worauf sich der Schweizer sagte, dass es solche Verträge auch hier geben müsse und fündig wurde. Aus Angst vor Repressalien will er anonym bleiben. Ähnliche Verträge gelten auch für die Flughäfen Genf und Basel. Aber die Distanzregelung behindert dort die ausländische Konkurrenz nicht.
Obwohl seine Organisation einen Erfolg verbuchen kann, will der Präsident der IG Airport Taxi, Serge Cuendet, keine Stellung nehmen. Gerne tut dies hingegen Bernd Klug, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Südbaden: «Das Echo, das ich von den Taxiunternehmern aus dem ganzen Bodenseeraum erhalte, ist gewaltig», sagt er. «Zwar könne er die Einbussen nicht beziffern, doch für etliche deutsche Taxihalter bildeten die Einnahmen aus den Flughafenfahrten das wirtschaftliche Rückgrat. «Es werden Existenzen ruiniert», meint Klug und will mit Österreich gegen die Regelung vorgehen. Geklärt werden soll, ob nicht ein über 50-jähriges «Gewohnheitsrecht» verletzt wird. «Das ist ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert», ärgert sich Klug.
Nur indirekt betroffen ist die Flughafen AG, die mit den 137 Konzessionären einen Vertrag unterhält, worin etwa die Qualität der Taxidienstleistungen geregelt ist. So darf es laut Sprecher Marc Rauch zum Beispiel keine langen Wartezeiten für Kunden geben. Auch unter der neuen Regelung nicht. Notfalls muss die IG Airport Taxi mehr Taxis einsetzen, sodass sich die zusätzlichen Gewinne auf mehr Chauffeure verteilen. Bereits heute arbeitet die IG mit zwei Stadtzürcher Taxiunternehmern zusammen, um Nachfragespitzen bewältigen zu können.
THOMAS SCHRANER
Kundin erheblich verletzt
Schliesslich war es soweit, dass zwei Fahrgäste bei der Wasserwerkstrasse aussteigen wollten. Der Angeklagte war sehr froh darum und hielt an. Dann kam es zum fatalen Missverständnis. Während sich der männliche Kunde bereits draussen befand, war die heute 24-jährige Kundin gerade im Begriff aus ihrem Sitz zu steigen, als der Beschuldigte plötzlich auf das Gaspedal trat. Mit erheblichen Folgen. So stürzte das Opfer auf die Strasse und zog sich einen offenen Unterschenkelbruch zu.
Worauf der Angeklagte mit den beiden anderen Kundinnen weiterfuhr. Obwohl ihn diese darauf hinwiesen, dass die Kollegin gerade aus dem Wagen gefallen sei.
Hohe Geldstrafe droht
Die beiden Zeuginnen suchten danach die Polizei auf und erstatteten Strafanzeige gegen den Taxihalter. Am Dienstag musste er sich wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine hohe Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 90 Franken, also insgesamt 10 800 Franken sowie eine Busse von 2 100 Franken.
Im Gegensatz zum Verteidiger, der sich mangels Beweisen für einen vollen Freispruch einsetzte. Der Anwalt lastete der zur Tatzeit angetrunkenen Geschädigten ein erhebliches Selbstverschulden an. So habe sieSchuhe mit hohe Absätzen getragen, plädierte er und schloss deshalb nicht aus, dass sie über ihre eigenen Füsse gestolpert sei.
Nichts bemerkt?
Der Angeklagte machte zudem geltend, dass er nicht bemerkt habe, als die Geschädigte zu Boden gestürzt sei. Er habe gedacht, sie hätte sein Fahrzeug schon längst verlassen. Das Gericht sah sich noch nicht imstande, ein Urteil zu fällen. Es wird den Entscheid den Parteien demnächst schriftlich zustellen.
Taxi ist nicht gleich Taxi
Sie verlangen im internationalen Vergleich zu viel Geld, sind rüpelhaft und weisen Fahrgäste ab, sagt man den Zürcher Taxifahrern nach. Und zu allem Überdruss bekämpfen sie sich auch noch gegenseitig, indem Taxis von ausserhalb denjenigen in der Stadt die Kunden streitig machen. In den letzten Wochen standen Taxichauffeure deshalb vermehrt in der Kritik und in den Medien.
Bei der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten sich insgesamt 2081 Personen, darunter 1638 Männer und 443 Frauen. 80 Umfrageteilnehmer arbeiten haupt- oder nebenberuflich als Taxifahrer.
«Das Problem ist, dass in Zürich ein Überangebot an Taxis herrscht», meint Marianne Ben Salah, Präsidentin des Zürcher Taxiverbands, auf Anfrage von 20 Minuten Online. Das Angebot übertrifft sozusagen die Nachfrage. Doch gibt es nun tatsächlich zu viele Taxis oder sind sie vielleicht einfach nur zu teuer? Fakt ist, dass beispielsweise in New York nur halb so viel für die gleiche Strecke bezahlt werden muss als etwa in Zürich (20 Minuten Online berichtete).
Tarife «deutlich» zu hoch
So wundert es nicht, dass laut einer Umfrage auf 20 Minuten Online 86 Prozent der Befragten behaupten, sie würden öfters Taxi fahren, wenn die Fahrten nur halb so teuer wären. 29 Prozent finden die Tarife «ein wenig» übertrieben, 62 Prozent gar «deutlich» zu hoch.
Frau Ben Salah rechtfertigt die höheren Beförderungstarife mit den ebenfalls höheren Lohnspesen, Gebühren und Instandhaltungskosten in der Schweiz. So würde allein der Anschluss für Funktaxis mit 900 Franken pro Monat zu Buche schlagen, und die Versicherungsgebühren seien im Taxigewerbe im Schnitt dreimal höher als anderswo. Hinzu käme noch die Bewilligungsnummer für die Stadt in Höhe von 780 Franken pro Jahr. Rechne man Benzinkosten, Reifenverschleiss und Reparaturen dazu, seien die Tarife durchaus vertretbar.
Alles in allem halten sich ihrer Meinung nach das hiesige Lohnniveau und die höheren Beförderungskosten in etwa die Waage. Und: «Die Taxifahrer befinden sich sowieso schon an der Grenze zum Existenzminimum», ist Ben Salah von der Verhältnismässigkeit bei den Tarifen überzeugt. Aber auch sie gesteht ein, dass beispielsweise der eine oder andere Tourist durch die hohen Tarife vor einer Fahrt im Taxi abgeschreckt werden könnte.
Geteilte Meinung zu Preissenkungen
Auch die Taxifahrer selbst wurden zum Thema befragt. Die Meinungen darüber, ob mehr Menschen das Taxi benützen würden, wenn die Taxen niedriger wären, gehen jedoch auseinander. 26 Prozent sind aber davon überzeugt, dass sie deutlich mehr Umsatz machen würden, wenn die Tarife um ein Viertel günstiger wären.
Dass Taxis grundsätzlich gerne genutzt werden, zeigt die Tatsache, dass im letzten Jahr nur 16 Prozent nie ein Taxi benutzt haben. 9 Prozent haben sogar bis zu 50 Mal ihre Dienste in Anspruch genommen.
Jeder Zehnte verweigert Fahrt
Den Vorwurf der Wilderei in fremden Taxi-Revieren kann man zumindest nach den Umfrage-Ergebnissen nur bedingt gelten lassen: Von 80 befragten Taxifahrern gaben nur vier an, gezielt in der Stadt Kunden zu akquirieren. Zehn Chauffeure wiederum nutzen eine solche Gelegenheit nur dann, wenn sie sich ergeben sollte. Die überwiegende Mehrheit (83 Prozent) hält sich eigenen Angaben zufolge an die geltenden Bestimmungen.
Ähnlich sieht es beim Thema Beförderungsverweigerung bei Kurzstrecken aus: 10 Prozent transportieren grundsätzlich keine Personen, wenn der geschätzte Ertrag 15 Franken unterschreitet. Ebenfalls 10 Prozent der Taxifahrer weisen körperlich behinderte Menschen ab, weil es da «oft zu Problemen» komme.
Schlechter Ruf: Zu Unrecht?
Diese schwarzen Schafe sind es denn auch wohl, denen die Branche ihren teils schlechten Ruf verdankt. Denn wenn man die Leser nach ihrer Meinung über die Taxifahrer befragt, deckt sich das Bild nicht mit den Vorurteilen. Demzufolge trauen ihnen nur 18 Prozent «grundsätzlich nicht» über den Weg, der Rest ist ihnen relativ wohlwollend gesinnt (3 Prozent: «ja, definitiv», 29 Prozent: «im Grossen und Ganzen», 50 Prozent: «kommt auf den Fahrer an»).
Auch was die angebliche Rüpelhaftigkeit der Taxifahrer angeht, halten sich die Umfrageteilnehmer mit Kritik zurück: Nur 19 Prozent finden, dass die Chauffeure ungehobelt und barsch seien, während 30 Prozent sagen: «Die meisten sind okay!»
Die ausführlichen Umfrage-Ergebnisse finden Sie hier.
Kampf gegen Taxi-Misere: Nur noch 1200 Fahrer in der Stadt Zürich
In der Stadt Zürich buhlen über 1500 Taxifahrer um die Gunst der Kundschaft. Das seien zu viele, beklagte sich Roberto Weidmann, Präsident des Zürcher Taxi-Dachverbands, kürzlich im TA. Er fordert, die Zahl sei auf 1200 zu senken - unter anderem mit einem städtischen Zulassungsstopp für neue Taxifahrer. So käme Zürich auf drei Taxis pro 1000 Einwohner - ein Wert, wie er international üblich sei und den Taxifahrern genügend Einkommen sichere.
Dass sich die Zahl der Taxis beim bestehenden «Überangebot» nicht von selbst reguliert, liegt laut Weidmann am Staat, der den Markt verzerre. Im Fokus seiner Kritik stehen die Sozialdepartemente der Gemeinden, speziell jenes der Stadt Zürich. Wenn ein Taxifahrer mit seinem Lohn unter dem wirtschaftlichen Existenzminimum bleibe, erhalte er den fehlenden Betrag ausgeglichen, sagt Weidmann. Auf diese Weise fahre die Stadt besser, als wenn die gleiche Person arbeitslos wäre. Sie habe also ein Interesse daran, diese Leute in der Taxibranche verharren zu lassen.
Ein Vorwurf, gegen den sich das Sozialdepartement wehrt: «Wir drängen keine Sozialhilfebeziehende in irgendeine Branche», sagt Sprecherin Christina Stücheli. Wenn jemand sein Geld mit Taxifahren verdienen wolle, könne das durchaus Sinn machen. Die Klienten seien gemäss Gesetz zu einer Gegenleistung verpflichtet. Auch aus Kostengründen könne es sich kein Sozialamt «leisten, ihnen allen zu sagen: Hört auf zu arbeiten!» Immerhin könnten die Betroffenen so wenigstens einen Teil ihrer Existenzsicherung selbst finanzieren.
20 statt 45 Stunden am Steuer
Unklar ist, wie viele der 18 600 Personen, die 2009 in Zürich Sozialhilfe bezogen, als Taxifahrer arbeiten. Das Sozialdepartement führt keine Statistik. Einen Hinweis gibt es aber: Rund 200 Personen erhalten Sozialhilfe, obschon sie mehr als 80 Prozent arbeiten. Sie sind also in Tieflohnbranchen tätig, wozu auch das Taxigewerbe zählt. Wie gross der Anteil der Taxifahrer in dieser Gruppe ist, kann Stücheli nicht abschätzen.
Roberto Weidmann, der ein eigenes Taxiunternehmen führt, hat mit dieser Praxis schlechte Erfahrungen gemacht. In den letzten Monaten hat er drei Taxifahrer entlassen, weil diese statt der geforderten 45 bis 50 Stunden bloss deren 20 gearbeitet haben. Gemeinsam ist allen drei: Sie haben Sozialhilfe bezogen - in Bülach, Regensdorf und Zürich. Und sie haben es sich laut Weidmann zunutze gemacht, dass sie nicht weniger verdienen, wenn sie weniger Taxi fahren - weil die Lohndifferenz vom Staat beglichen wird. Für Weidmann hingegen ging die Rechnung nicht auf: Die Betroffenen fuhren zu wenig Umsatz ein, um seine Kosten - Fixkosten, Löhne, weitere Spesen - zu decken.
Die Stadt nimmt zu den Einzelfällen keine Stellung. Im Grundsatz gilt aber: Liegen Hinweise auf eine selbst verschuldete Kündigung vor, drohen dem Betreffenden Leistungskürzungen von 10 bis 15 Prozent. Wenn sich der Kündigungsgrund erhärtet, erwägt das Sozialdepartement, die Leistungen vollumfänglich einzustellen. Diesen Nachweis zu erbringen, ist jedoch kein Leichtes. Das Sozialdepartement darf mit dem Arbeitgeber keine Informationen austauschen - aus Datenschutzgründen.
Sozialdepartement wehrt sich
Das Sozialdepartement verwahrt sich gegen einen weiteren Kritikpunkt aus Chauffeurkreisen: dass es angehenden Fahrern helfe, sich auf die obligatorische Stadtkundeprüfung vorzubereiten. Stücheli verweist auf den Stadtrat, der sich vor sechs Jahren zu dieser Thematik geäussert hat. Er versicherte damals, dass weder das Sozialamt noch die Polizei entsprechende Hilfe leisteten. Aus der Antwort geht allerdings hervor, dass zwischen 2001 und 2004 die Sozialhilfe der Stadt Zürich drei Taxifahrer-Neulinge während der Ausbildung unterstützt hat. Sie übernahm dabei einen Teil der Lebenskosten, die Prüfungsgebühr oder die Ausbildungskosten zur Vorbereitung auf den Test.
Offen ist, wie viele Taxi-Neulinge seither in den Genuss der Unterstützung gekommen sind. Stücheli versichert, an der «zurückhaltenden Praxis» habe sich nichts geändert. Eine Unterstützung im Einzelfall sei aber möglich.
Benutzen Sie häufiger Taxis? Oder legen Sie Ihre Wege anderweitig zurück? Würden Sie bei niedrigeren Preisen häufiger mit dem Taxi fahren? Und: Sollten die Tarife frei gegeben werden? Nehmen Sie teil an unserer grossen Umfrage.
Verglichen mit anderen Städten rund um den Globus sieht es auch nicht besser aus. In Paris bezahlt man rund 1.14 Euro (etwa 1.50 Franken) pro Kilometer, in Zürich sind es horrende 3.80 Franken für die gleiche Distanz.
Schwangere und Behinderte nicht willkommen
So ist es nicht verwunderlich, dass sich in Zürich nie eine Taxi-Kultur wie in Paris oder London entwickeln konnte. Andere Gründe, die ebenfalls nicht zu einer schicken Metropole passen: Die Zürcher Taxifahrer gelten als rüde und ungehobelt. Taxikunden erzählen von zahlreichen Ärgernissen. Kurzfahrten werden verweigert, Schwangere stehen gelassen, Behinderte und Blindenhunde schnöde abgewiesen. Ausserdem sind Schlägereien unter Taxifahrern an der Tagesordnung.
Nun soll die Ordnung in das Zürcher Taxi-Chaos gebracht werden. Roberto Weidmann, Präsident des Dachverbands Stadtzürcher Taxigewerbe, fordert die Reduktion der Anzahl auf 1200 mittels natürlicher Abgänge. Die SP hält den Vorschlag für prüfenswert, Rechte und Liberale lehnen ihn ab. Die FDP fordert strenge Fachprüfungen für die Zulassung von Taxifahrern.
Buhlen um die Kundschaft am Hauptbahnhof: Auf Zürichs Strassen ist ein eigentlicher Kampf zwischen den Taxifahrern ausgebrochen.
Ist es gerechtfertigt, Nummern und Adressen von Taxifahrern ins Internet zu stellen?
Wer in der Stadt Zürich ohne entsprechende Konzession als Taxifahrer Kunden sucht, wird von der Stadtpolizei verzeigt und muss mit Bussen in dreistelliger Höhe rechnen. Trotzdem haben Mitglieder der im März gegründeten IG Taxi bereits mehrfach Landtaxichauffeure auf Kundenfang in Zürichs Strassen entdeckt und sie haben die Nummern der fehlbaren Fahrer notiert.
Auf der Homepage der IG werden die Autonummern mit den dazugehörigen Adressen der Autolenker fein säuberlich aufgelistet. 28 persönliche Daten wurden bisher publiziert. «Wir dulden nicht mehr, dass Landtaxis ihren Arbeitsort in die Stadt verlegen und uns Taxifahrern mit städtischen Konzessionen systematisch Kunden wegschnappen», erklärt die Präsidentin der IG Taxi, Dolores Zanini, das Vorgehen am Mittwoch gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten». In Anbetracht der Tatsache, dass in Zürich bereits 1500 Taxis um die Aufträge kämpfen, sei dies ein unhaltbarer Zustand, heisst es auf der Homepage der IG Taxi.
Vorgehen der IG Taxi ist «problematisch»
Der Datenschützer der Stadt Zürich, Marcel Studer, bezeichnet das Vorgehen der IG Taxi als problematisch. «Die Betroffenen könnten juristisch dagegen vorgehen», sagt er zu «20 Minuten». Dem widerspricht Zanini mit dem Argument, dass die Namen nur genannt werden können, weil die Fahrer die Infos über ihre Nummernschilder nicht gesperrt haben. Autonummern von Chauffeuren, die die Stadtkundeprüfung absolviert haben und legal in Zürich nach Kunden suchen, würden selbstverständlich wieder aus dem Verzeichnis gelöscht.
Einer der Taxichauffeure, der auf der Liste aufgeführt ist, erklärt gegenüber der Pendlerzeitung, er fahre nur in die Stadt, wenn er von Stammkunden bestellt werde. «Das ist erlaubt», beteuert er. Trotzdem werde die Konkurrenzsituation zwischen den Land- und den Stadttaxis immer aggressiver: «Als einer mir die gelbe Taxilampe wegreissen wollte, kam es fast zu einer Schlägerei.»
«Künftig sollen auf Zürichs Strassen nur noch Öko-Taxis fahren», fordert Dachverbandspräsident Roberto Weidmann.
Die Qualität der Zürcher Taxis ist umstritten. Hat das Image der Taxifahrer gelitten?
Ja, leider. Selbst die vorbildlichen Fahrerinnen und Fahrer müssen sich bei harmlosen Äusserungen von Kunden neuerdings anhören, sie seien unverschämt. Ärgerlich ist, dass alle Taxifahrer in einen Topf geworfen werden. Dabei gibt es unter den rund 1500 Fahrern in der Stadt Zürich schätzungsweise nur zwischen 50 und 70 schwarze Schafe; das sind keine 5 Prozent. Die grosse Mehrheit arbeitet so, dass es keinen Grund für Beanstandungen gibt: freundlich, ortskundig und zuverlässig.
Was soll mit den schwarzen Schafen geschehen?
Uns sind die Hände gebunden. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Fahrers, Anstand zu lernen und Regeln einzuhalten. Es ist nicht zuletzt ein kulturelles Problem, mit dem wir es zu tun haben. Beim Hauptbahnhof stammt die Mehrheit der Fahrer aus dem Ausland. Diese Leute haben viel Stolz und lassen sich von uns nichts sagen. Tun wir es trotzdem, besteht die Gefahr, dass sie aggressiv werden. Kürzlich wollten zwei Engländer mit dem Taxi vom Hauptbahnhof aus in ein Hotel in der Nähe fahren. Ihnen wurde die Fahrt verweigert, weil sie nur 10 bis 15 Franken gekostet hätte. So etwas schadet dem Ruf unserer Branche enorm.
Was erwarten Sie von Daniel Leupi, Zürichs neuem Polizeivorsteher?
Er wird das Rad nicht neu erfinden können. Ich hoffe, dass er als Grüner trotz seiner Präferenz für die öffentlichen Verkehrsmittel und das Velo ein offenes Ohr für das Taxigewerbe haben wird. Bis anhin haben wir uns nicht ernst genommen gefühlt. Leupis Vorgängerin Esther Maurer hat alle unsere Ideen vom Tisch gewischt - so etwa den Vorschlag, die zu hohe Zahl der Taxis von 1500 auf 1200 zu reduzieren. Das entspräche 3 Taxis auf 1000 Einwohner - ein Wert, wie er international üblich ist und den Taxifahrern genügend Fahrten und damit das Einkommen sichert.
Auch die jüngst gefällten Entscheide des Bezirksrats werden politisch zu reden geben. Der Stadtrat darf die Taxipreise nicht länger regeln. Mit welchen Folgen rechnen Sie?
Vorweg dies: Die neue Regel ist noch nicht definitiv. Der Bezirksrat hat drei Beschwerden zur neuen Taxiverordnung behandelt. Diese geht nun zurück in den Gemeinderat, der die strittigen Punkte neu verhandeln muss. Zurück zu Ihrer Frage: Falls die Taxifahrer die Preise künftig selber bestimmen können, droht ein Rückfall ins Basarzeitalter. Die Fahrer würden die Kundschaft mit Sonderangeboten anlocken; dies kennen wir aus Basel. Es käme zu einem ruinösen Preiskampf. Die heutige Regel ist gut: Der Stadtrat setzt den Preis nach Rücksprache mit uns fest.
Sind die Zürcher Taxis zu billig?
Die Preise - 6 Franken Grundtaxe und 3.80 Franken pro Kilometer - halte ich für angemessen, da sie breit akzeptiert sind. Einen Aufschlag würden die Kunden zum jetzigen Zeitpunkt nicht goutieren. Wir haben die Preise erst gerade um 5,6 Prozent erhöht.
Der Bezirksrat hat auch zugunsten der Landtaxis entschieden. Neu sollen auswärtige Taxis auf dem Gebiet der Stadt Kunden abholen dürfen. Was halten Sie davon?
Es käme zu einer Marktöffnung, die ich für problematisch halte. Heute hat der Kunde in Zürich die Gewähr, dass das Taxi von der Stadt offiziell zugelassen ist. Der Fahrer hat eine Prüfung abgelegt; das Auto entspricht den Vorschriften. Diese Qualität ist bei einer Marktöffnung in Gefahr, weil viele auswärtige Taxis diese hohen Anforderungen nicht oder nur teilweise erfüllen. Kleinere Gemeinden kennen, anders als Zürich, keine Taxiverordnung - eine Zulassung zu erhalten, ist für einen Fahrer auswärts daher wesentlich einfacher. Es droht eine Verslumung der Branche. Als Verlierer stünde am Ende der Kunde da. Von aussen sieht man einem Taxi nicht an, ob der Service gut ist.
Warum stemmen Sie sich derart gegen den freien Markt?
Weil er auch mit einer Grenzöffnung nicht spielen wird. Theoretisch müsste sich die Zahl der Taxis bei einem Überangebot mittelfristig nach unten regulieren. Dass dies nicht geschieht, liegt an den Sozialämtern der Stadt Zürich und anderer Gemeinden. Wenn ein Taxifahrer mit seinem Lohn unter dem wirtschaftlichen Existenzminimum bleibt, erhält er vom Sozialamt den fehlenden Betrag ausgeglichen. Auf diese Weise fährt die Stadt oder Gemeinde besser, als wenn die gleiche Person arbeitslos wäre. Sie hat also ein Interesse daran, dass diese Leute in der Taxibranche bleiben.
Haben Sie ein Beispiel dafür?
Ich habe dem Sozialamt einer Stadt in der Umgebung von Zürich eben eine Rechnung geschickt. Sie stammt von einem Taxifahrer, der bei mir einen Wagen gemietet hat, aber nicht genügend Geld hat, die Miete zu bezahlen. Das Sozialamt, das diesen Fahrer betreut, wird nun den Betrag begleichen - anstandslos, wie man mir versichert hat. Dieser Mechanismus ist auch der Grund, weshalb bei Regelverstössen hohe Bussen auf Taxifahrer keine abschreckende Wirkung entfalten würden. Viele Taxifahrer beziehen Gelder aus der Sozialhilfe. Letztlich würde also der Steuerzahler die Busse finanzieren.
Ein letzter Entscheid des Bezirksrats: Taxis mit geringen Emissionen sollen für ihren Standplatz statt jährlich 780 Franken nur ein Viertel davon bezahlen. Eine gute Idee?
Ja. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Künftig sollen auf Zürichs Strassen nur noch Öko-Taxis fahren. Man müsste strenge Anforderungen definieren, etwa die Abgasnorm Euro-5 als Minimalstandard bei der Anschaffung eines neuen Autos. So liesse sich mittelfristig die ganze Flotte umrüsten. In Mailand fahren heute schon fast nur noch Hybridfahrzeuge
Wieviele davon sind genug für die Limmatstadt? Taxi in der Zürcher Innenstadt.
In der Stadt Zürich gibt es über 1500 offiziell zugelassene Taxifahrer. Dies sei zu viel, moniert Roberto Weidmann, Präsident des Dachverbands Stadtzürcher Taxigewerbe und Mitglied der städtischen Taxi-Kommission. Weidmann schlägt deshalb im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» einen staatlichen Eingriff ins Taxigewerbe vor: Die Zahl sei auf 1200 zu reduzieren. Dies entspräche drei Taxis auf 1000 Einwohner - ein Wert, wie er international üblich sei und den Fahrern genügend Fahrten und Einkommen ermögliche.
Erreichen will Weidmann dieses Ziel über natürliche Abgänge bei den Fahrern. Innert drei Jahren wäre nach Ansicht Weidmanns das Problem gelöst, «ohne dass ein einziger Fahrer seinen Job verloren hätte». Vom neuen Zürcher Polizeivorsteher, dem Grünen Daniel Leupi, erhofft er sich dabei grössere politische Unterstützung als zuvor von der Sozialdemokratin Esther Maurer, die immer «alle Vorschläge vom Tisch gewischt» habe.
Tuena winkt ab
Die Stadtzürcher Parlamentarier reagieren unterschiedlich auf Weidmanns Vorschlag. Für SVP-Fraktionschef Mauro Tuena hat sich der Staat «prinzipiell nicht ins Gewerbe einzumischen». Mittelfristig werde der Markt für eine Bereinigung sorgen. Skeptisch zeigt sich auch FDP-Fraktionschef Michael Baumer. Es sei für die Stadt schwierig, zu bestimmen, wo die Obergrenze für ein funktionierendes Taxigewerbe liegen soll. Baumer will deshalb anderswo ansetzen: Die Eintrittsschwelle für neue Taxifahrer soll hoch sein, die Fachprüfungen für eine Zulassung streng. Taxifahrer in der Stadt Zürich müssen nebst der theoretischen und praktischen Prüfung ihre Ortskenntnisse ausgiebig testen lassen. «Diese Hürde könnte zu einer Selektion führen», sagt Baumer. Es gelte deshalb, die Entwicklung abzuwarten. Die Grünliberalen erachten einen staatlichen Eingriff ebenfalls als weder sinnvoll noch nötig. «Hier soll das Nachfrageprinzip nach guter Qualität spielen», sagt Co-Präsidentin Maleica Landolt.
Von einem «möglichen Weg» spricht hingegen CVP-Fraktionschef Christian Traber. Fraglich sei allerdings, ob sich ein staatlicher Eingriff mit der Handels- und Gewerbefreiheit vereinbaren lasse. Traber schlägt zudem regelmässige Prüfungen für die Taxifahrer vor. So wäre seiner Ansicht nach gewährleistet, dass die Taxifahrer ihr Wissen nicht verlören. Auch SP-Fraktionschefin Min Li Marti hält Weidmanns Idee für prüfenswert. Der Markt habe sich bislang nicht von allein reguliert. Es bestehe ein Überangebot, die Fahrer würden zudem «relativ schlecht verdienen». Eine Entspannung könnte laut Marti höchstens dann eintreten, wenn bei einem Wirtschaftsaufschwung ein Teil der Taxifahrer wieder in die angestammten Berufe zurückkehrte.

Fahrer von Öko-Taxis zahlen künftig weniger Gebühren für ihren Standplatz. Markus Knauss von den Grünen will noch schärfere Regeln.
780 Franken zahlt heute ein Taxihalter für seinen Standplatz. Fährt er einen emissionsarmen Wagen, soll er zwischen 390 Franken (50 Prozent) und 585 Franken (75 Prozent) dieser Jahresgebühr zurückerhalten. Diese Regelung hat der Gemeinderat im Juli 2009 beschlossen und in der Taxiverordnung verankert. Ziel ist es, den Bestand der energieeffizienten und umweltschonenden Taxis in der Stadt Zürich zu erhöhen. Wie hoch dieser heute ist, lässt sich nur abschätzen. Der Anteil unter den gut 1500 offiziell zugelassenen Taxis dürfte kaum zehn Prozent betragen.
Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit
Gegen diesen Passus in der Taxiverordnung haben mehrere Taxihalter Beschwerde beim Bezirksrat eingelegt. Die unterschiedlich hohe Gebühr verstösst aus ihrer Sicht gegen die Wirtschaftsfreiheit, da sie eine «unzulässige wirtschaftspolitische Massnahme» darstelle. Dieser Argumentation ist der Bezirksrat nicht gefolgt. Im Entscheid, der dem TA vorliegt, räumt er zwar ein, es handle sich um einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit. Dieser sei jedoch «von geringer Natur», weil ihm öffentliche Interessen gegenüberstünden: der Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Der Bezirksrat ruft in Erinnerung, es würden keine bestimmten Fahrzeuge verboten, die Kosten blieben sich für die Taxihalter «im schlechtesten Fall gleich».
Unklar ist, ob der Rechtsanwalt, der die sechs Beschwerdeführer vertritt, den Entscheid anfechten wird. Er war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Erfreut über das Verdikt ist der grüne Gemeinderat Markus Knauss. Es sei nun geklärt, dass ausreichende rechtliche Grundlagen für diese «relative milde Form» einer Lenkungsmassnahme bestehe. Andere Städte kennen ähnliche Anreize: In Mailand etwa verkehrt eine grosse Flotte von sparsamen Hybrid-Taxis mit zusätzlichem Elektroantrieb. Beim Kauf eines Öko-Fahrzeugs erhält der Halter von der Stadt einen Beitrag von mehreren Tausend Euro.
Dreckschleudern verbannen
Knauss will nun abwarten, ob die Taxihalter den Entscheid anfechten. Falls sie davon absehen, erwägt er einen Vorstoss im Gemeinderat: Künftig sollen in Zürich nur noch «saubere» Taxis fahren. Knauss ist überzeugt: «Mit strengen Umweltauflagen würde sich der zu grosse Taxibestand in Zürich von allein regulieren.»
Quelle Tagesanzeiger
11. Mai 2010
Die Zürcher Taxifahrer reagieren deshalb je länger, je mehr allergisch auf Fahrer vom Land, die in Zürich «wischen», wie es in der Fachsprache heisst. Das kann zu aggressiven Konfrontationen führen. Taxifahrer D. A. aus Hombrechtikon hat solche Szenen am eigenen Leib erlebt. Er bringt regelmässig einen Kunden vom rechten Seeufer in die Bierhalle Wolf. Wenn dieser genug getrunken hat, holt er ihn nach Mitternacht wieder ab. «Als ich wieder zurück bei meinem parkierten Taxi war, steckte ein Zettel unter dem Scheibenwischer mit der Drohung: ‹Das nächste Mal fährst Du auf den Felgen heim.›»
Wenn er mit seinem Hombrechtiker Taxi durch Zürich fahre, werde er manchmal regelrecht verfolgt und überwacht, erzählt D. A. Die gleichen Zürcher Taxifahrer hätten dann allerdings keinerlei Schamgefühle, nach einer Fahrt aufs Land Kunden mitzunehmen und in die Stadt zu bringen. Oft werde dabei in die eigene Tasche gewirtschaftet, indem die Rückfahrt als «Leerfahrt deklariert wird.
Beule ins Auto getreten
Der Taxiverband Zürich, der gestern Abend im Restaurant Markthalle beim Hardturm seinen öffentlichen Taxi-Talk abhielt, sieht den Streit eher aus Sicht der Stadttaxis. Und diese Sicht ist kein bisschen besser. Die Konkurrenz vom Land «wische» mit eingeschalteten Taxilampen durch die Stadt und schnappe den Zürchern Kunden vor der Nase weg. Ein Zürcher Täxeler erzählte gestern: «Als ich ein Landtaxi bat, wenigstens die Taxilampe zu löschen, trat er mir eine Beule ins Auto.»
Aus der Runde kamen weitere Beispiele. Fahrer vom Land würden viermal pro Abend an der Hardstrasse «laden» und immer wieder zurückkehren. Einige würden gar mit gefälschten blau-weissen Zürcher Taxilampen in Zürich wildern. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die Stadttaxis heftig reagierten «und es sogar zu Übergriffen kommt», steht in einem Brief des Verbands an die Fahrer. Dies wiederum interpretieren die Landtaxis als «Aufruf zur Gewalt».
Massnahmen gegen Konflikt vorgeschlagen
Als Massnahmen wurden am Taxi-Talk eine schwarze Liste im Internet oder eine Taxigrossregion über die Stadtgrenze hinaus vorgeschlagen. Einer sagte: «Wenn uns die Polizei machen liesse, hätten wir dieses Problem schnell gelöst.» Der Verband will nun den neuen Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) bitten, die Polizei zu mehr Kontrollen zu veranlassen.
Im Seilziehen um die neue Taxiverordnung hat der Bezirksrat zugunsten der Landtaxis entschieden. Er hat die Beschwerde der 7×2-Taxi AG gutgeheissen und die Vermittlung an Landtaxis auf dem Gebiet der Stadt erlaubt. Argument des Bezirksrats: Ein Verbot verletze die Wirtschaftsfreiheit. Das Argument der Stadttaxis, Auswärtige würden sich in Zürich zu wenig gut auskennen, liess der Bezirksrat nicht gelten. Das Kriterium der Ortskenntnis werde durch die heutigen Navigationsgeräte stark relativiert. Zudem erinnert der Bezirksrat daran, dass es sinnvoll sei, Leerfahrten zu vermeiden. Verboten bleibt jedoch für Landtaxis, in Zürich Kunden zu werben und aufzuladen.
Taxis am Bahnhofplatz in Chur.
Der Churer Gemeinderat hat gestern ein neues Taxigesetz verabschiedet. Der bisherige Zwang für einen 24-Stunden-Service wird aufgehoben, dafür müssen die Taxifahrer Kindersitze bereitstellen können.
Von Stefan Bisculm
Chur.
Die Schlussabstimmung des Gemeinderates zum neuen Churer Taxigesetz fiel letztlich einstimmig aus. Zuvor wurde aber über verschiedene Anträge kontrovers und lange diskutiert. Vor allem der Vorschlag der SP-Fraktion gab zu reden. Die Sozialdemokraten wollten eine Taxi-Betriebsbewilligung nur erteilen, wenn sich der Gesuchsteller zusammen mit seinen Konkurrenten an einem 24-Stunden-Piketdienst beteiligt.
Keine A- und B-Bewilligungen mehr
Mit der Aufgabe der heutigen Regelung, die zwischen A- und B-Bewilligungen unterscheidet, fällt nämlich auch der Zwang für die A-Konzessionäre, einen 24-Stunden-Service anzubieten. «Eine Stadt von der Grösse Churs sollte diese Dienstleistung anbieten können, und ich bezweifle, dass der Markt es von alleine richten wird», erklärte Gemeinderätin Rita Cavegn (SP).
Abstimmung statt endlose Diskussion
Als die Debatte über diese Frage immer länger und grundsätzlicher wurde und die Politiker schon Gefahr liefen, sich auf das Kampffeld des ewigwährenden politischen Glaubensstreits «Staatliche Intervention vs. freier Markt» zu begeben, zog Gieri Derungs (CVP) die Notbremse. «Ich weiss zwar nicht, ob ich das darf. Doch ich stelle den Antrag, dass diese Debatte gestoppt wird und wir sofort über den SP-Antrag abstimmen.» Er durfte und hatte damit sowohl die Lacher als auch die Ratsmehrheit auf seiner Seite. Der SP-Antrag wurde anschliessend mit 12:6 Stimmen abgelehnt.
Kinder- und familienfreundliches Taxigesetz
Mehr Erfolg hatte danach Gemeinderat Luca Tenchio (CVP) mit seinem Antrag nach einem kinder- und familienfreundlichen Taxigesetz. Er verlangte darin, dass die Taxifahrer den Transport von Kindern nicht aufgrund fehlender Rückhaltevorrichtungen ablehnen dürften. Taxis sollen so genannte Sitzerhöhungen jederzeit im Auto mitführen. Für das Bereitstellen von Kindersitzen darf bis zu zehn Franken in Rechnung gestellt werden. Der Antrag wurde mit 11:8 Stimmen genehmigt.
Eine 23-jährige Frau hatte mit zwei Kolleginnen beim Central sein Taxi bestiegen, um sich nach Oerlikon bringen zu lassen. Auf die Frage nach dem Preis und der Dauer der Fahrt habe der «schlecht aufgelegte, angespannte und abweisende» Taxifahrer geantwortet, es gehe so lange, wie er fahre, und es koste entsprechend viel. Dann habe er sie aufgefordert, das Taxi zu verlassen. Die 23-Jährige, nun ebenfalls wütend ob der Antwort, stieg aus, knallte die Beifahrertüre zu und lief weg. Daraufhin eilte der Taxifahrer ihr nach und gab ihr von hinten eine Ohrfeige auf die linke Wange.
Der 48-Jährige verlangte gestern vor Obergericht, wie bereits vor der Einzelrichterin im letzten Sommer, einen Freispruch. Die Frauen hätten sich abgesprochen und wollten ihn mit Falschaussagen in die Pfanne hauen, sagte sein Verteidiger. Die Frau sei auf ihn losgegangen, er habe nur abgewehrt. Der Angeklagte, ein Schweizer bosnischer Herkunft, sei eine «sperrige Persönlichkeit» und komme «nicht wirklich gewinnend rüber». Doch er hoffe auf eine «blinde Justitia», die sich nicht vom Vorurteil «gewalttätiger Jugo-Taxifahrer» leiten lasse.
Das Gericht verwahrte sich entschieden gegen die Vermutung, es würde den Fall rassistisch beurteilen. Es sei einfach so, dass es «nicht den geringsten Zweifel» an der Schuld des Taxifahrers gebe. Er habe seine Impulse zu wenig unter Kontrolle. Ohrfeigen zu verteilen, sei «schlicht beschämend». Es wäre anständig, wenn er wenigstens dazu stehen würde, statt andere der Lügen zu bezichtigen.
Taxifahrer brauchen eine Bewilligung, die auch von einem «guten Leumund» abhängt. Die Befürchtung des 48-Jährigen, dass ihm nach der Verurteilung die Bewilligung entzogen werden könnte, ist laut einem Sprecher des Polizeidepartements «berechtigt».

Um sich bemerkbar zu machen, schlug er dem Taxi mit der flachen Hand aufs Dach. Das Taxi stoppte abrupt, der Fahrer stürmte mit hochrotem Kopf heraus und begann den Mann mit «Schnudergoof» und üblerem zu beschimpfen.
Pech für den Rowdy: Sein Opfer war ein Polizist, der privat unterwegs war. Doch als sich der Beamte zu erkennen gab, rastete der Fahrer völlig aus. Unter Flüchen holte er im Taxi einen Metallstab, der eigentlich zur Selbstverteidigung bei Überfällen dienen sollte, und bedrohte den Polizisten. Als dieser versuchte, dem Wütenden den Stab abzunehmen, kam es zu einem Handgemenge. Der Fahrer schlug zu und traf den Polizisten am Arm. Anschliessend flüchtete er.
Vor Gericht stritt er am Mittwoch praktisch alles ab. Doch die Richterin glaubte dem Polizisten und verurteilte den Rowdy zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen.
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«Natürlich können wir als Verband das Problem am HB nicht von heute auf morgen lösen. Doch wir wollen ein Zeichen setzen. Die meisten Taxifahrer verweigern keine Fahrten und verhalten sich korrekt», sagt Stefan Löble, Vize-Präsident des Taxiverbandes. Bevor ein Taxifahrer ein weisses Band erhält, musste er eine entsprechende Erklärung unterschreiben und wird auf der Homepage des Vereins namentlich erwähnt.
Taxizentralen verzichten auf weisse Bänder
Dass die grossen Taxizentralen bei der Aktion nicht dabei waren, bedauert Löble. Von Alpha-Taxi habe er bereits eine Absage erhalten. Die Taxi 444 AG wolle man noch hinzugewinnen. Doch stehen die Chancen dafür schlecht, denn wie Geschäftsführer Remo Santi gegenüber Tagesanzeiger.ch sagt, findet man die Aktion des Verbandes zwar positiv, jedoch sage ein weisses Band an der Antenne nicht viel aus. Zudem habe seine Taxi-Zentrale ein Q-Label von Schweiz Tourismus: «Wir sind zertifiziert und können belegen, dass wir uns um Qualität bemühen und ein Reklamations-Management haben. Mit diesem Qualitätslabel sind wir verpflichtet, uns vorbildlich zu verhalten. Wir haben Kindersitze und sind pünktlich.»
Bei der Taxikommission der Stadt Zürich hat man nichts gegen das weisse Band, an dessen Wirkung glaubt Roberto Weidmann, Mitglied der Taxikommission der Stadt Zürich und Sprecher des Dachverbands Stadtzürcher Taxigewerbe, aber nur begrenzt, wie er gegenüber Radio 24 sagte: «Das ist besser als gar nichts, aber das wird das Problem am Hauptbahnhof nicht lösen.» Seiner Meinung nach müsste täglich ein Polizist am Hauptbahnhof patrouillieren. So lange, bis dort kein Chauffeur mehr Gäste abweist.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Quelle Tagesanzeiger
Zwei Probleme kristallisierten sich in der Diskussion heraus. Am Hauptbahnhof (HB) herrscht ein «Puff» wegen der Bauarbeiten. Weil nur immer der Vorderste wegfahren kann, ist die freie Taxiwahl nicht möglich. Zweitens: Es gibt mit 1521 Konzessionen zu viele Taxis. «All die Probleme hätten wir nicht, wenn es nur 1200 wären», sagte Stefan Löble, Vizepräsident des Taxi-Verbands. Heute warten die Fahrer am HB bis anderthalb Stunden, um einen Kunden aufladen zu können. Wenn sie dann nur ein paar Hundert Meter fahren können, führt das zu Frust und manchmal zu Fahrtenverweigerungen.
Weisses Band für die Guten
In einem waren sich die Fahrer einig: «Bis die Politik reagiert, geht es Jahrzehnte, dann ist unser Gewerbe kaputt.» Die Fahrer sammelten deshalb eigene Vorschläge. Ab heute befestigen Täxeler, die sich an die Beförderungspflicht halten und freundlich sind, an ihrer Antenne ein weisses Band. «Da sieht man von Weitem, wer die Guten sind», sagte Taxifahrer Walter Fürst. Vorgeschlagen wurde weiter, am HB eine Art Notrufsäule mit Videoübertragung an die Polizei zu installieren.
Ein dritter Vorschlag war, am HB an geraden Tagen nur noch Taxis mit geraden Nummern zuzulassen und umgekehrt, um eine «bessere Chemie» zu schaffen. Heftig diskutiert wurde die Beförderungspflicht. «Was ist, wenn einer eine geifernde Dogge mitbringt?» Antwort: Auch Hunde müssen mitgenommen werden - entweder neben dem Vordersitz oder an einem Karabinerhaken auf dem Hintersitz. Und was ist mit aggressiven Jugendlichen und Betrunkenen? Antwort: «Was die Sicherheit bedroht, gehört nicht in ein Taxi.»
Züri-Taxi Das Einheitstaxi dient den Kunden, TA vom 10. 4. / Notstand am Hauptbahnhof, TA vom 31. 3.
Taxi-Kundendienst in Seoul.
Es wäre schon viel erreicht, wenn nur noch Taxifahrer eine Lizenz bekämen, die sich über ausgezeichnete - nicht nur gute! - Stadt- und Kantonskenntnisse ausweisen können und zudem Kenntnisse der deutschen und mindestens einer Fremdsprache haben. Ich erinnere mich an eine kurze Taxifahrt vom Hauptbahnhof Zürich bis zum Volkshaus. Hätte ich dem Fahrer nicht dauernd gezeigt, wo er durchfahren muss, wir würden vielleicht heute noch irgendwo im Kanton Zürich herumkurven. Und Deutsch verstand er auch kaum, andere gängige Fremdsprachen aber auch nicht. Bei solchen Zwischenfällen erinnere ich mich gerne an die preisgünstigen Taxifahrten vor einigen Jahren, als ich in Seoul, Südkorea, war. Da sind die Taxis in zwei oder drei Komfortstufen eingeteilt, und von weitem sieht man jedem Taxi an, zu welcher Kategorie es gehört; die unterschiedlichen Autofarben bezeichnen die Fahrpreisklasse. Ausserdem führt jedes Taxi Postkarten mit der Adresse einer Konsumentenorganisation mit. Wer etwas zu beanstanden hat, kann die passende Karte ausfüllen und portofrei versenden. Allerdings waren meine Taxifahrer immer so nett und zuvorkommend, dass ich gar nie Anlass für eine Reklamation hatte. Im Locarnese haben wir übrigens ein Taxi-Unternehmen, das mit Strecken-Fixpreisen rechnet. Ich kenne den Preis also schon vor der Abfahrt und brauche mich nicht zu ärgern, wenn das Taxi mal nicht auf dem direkten, sondern auf einem Umweg zum Ziel fährt. Das wären doch Erleichterungen für die geplagten Fahrgäste in der Touristenstadt Zürich! Taxis sind die Visitenkarte einer Stadt. In Zürich offenbar (immer noch) eine schlechte.
Regula Stern-Griesser, Brione s/M
60 Zürcher Öko-Taxis.
Der Zürcher Alt-Stadtpräsident Elmar Ledergerber enttäuscht mich! Als er und sein SP-Gschpänli Esther Maurer noch gemeinsam im Stadtrat sassen, wollten sie beide von all dem, was er nun im Tagi-Interview vorschlägt, nichts wissen. Wir vom Taxi-Gewerbe haben diese Vorschläge schon längst vorgebracht. Die Behörden, auch Ledergerber selber, hatten damals allerdings kein Gehör für uns Taxifahrer. Die zwei grossen Taxizentralen setzen sich seit Jahren für Qualität ein und haben deshalb sogar das Q-Gütesiegel erhalten. Zwischen den Zentrale-Taxis und den «anderen» Taxis ist denn auch ein deutlicher Qualitätsunterschied spürbar. Und wir kämpfen schon seit Jahren für die Limitierung der Betriebsbewilligungen. Übrigens, wie ich mich erinnere, war am 22. Juni 2007 im Landesmuseum von den Behörden niemand anwesend, als der Startschuss für die Öko-Taxis erfolgte! Taxi 444 hat schon heute bereits sechzig Öko-Taxis im Einsatz. Woher plötzlich dieser Sinneswandel von Ledergerber? Oder war es damalseinfach nicht seine Idee?
Jürg Huber, Zürich
Regelrechte Taxi-Plage.
Nicht nur am Hauptbahnhof, sondern auch am Zürcher Bahnhof Enge verursachen die vielen Taxis ein Problem, indem sie nicht nur den Taxistand belegen, sondern die Vorfahrt verstellen und zu alledem noch die weissen Parkfelder besetzen. Private Autofahrer haben da nichts mehr zu suchen. Ich halte die Überzahl an Taxis mit ungenügender Dienstleistung nicht nur für eine schlechte Visitenkarte für die Stadt und einen Ärger für die Taxikunden, sondern schlicht und einfach für eine Plage.
Christoph Gassmann, Horgen
Quelle Tagesanzeiger
«Unsere Taxis sind eine Visitenkarte der Stadt», sagt der oberste Touristiker, «aber was heute bei uns als Taxi durch die Strassen fährt, ist manchmal nicht zum Ansehen und schlicht schmuddelig.» Ledergerber kritisiert zudem, dass viele Taxifahrer kaum Deutsch sprechen und die Stadt nur sehr schlecht kennen. Als erste Massnahme will Ledergerber deshalb, dass die Gewerbepolizei, die für die Prüfung der Taxifahrer zuständig ist, die Ortskenntnis wieder strenger prüft. Zudem müssten die Taxihalter und die grossen Zentralen vermehrt darauf achten, dass die Fahrer anständig angezogen und dem Fahrgast gegenüber freundlicher sind.
1521 Taxis sind zu viel
Zweiter Vorschlag Ledergerbers ist eine deutliche Senkung der Anzahl Taxis. Heute kurven 1521 offiziell zugelassene Taxis in Zürich herum. Die Taxivorschrift sieht keine Beschränkung vor, es herrscht freier Markt. Die neu gegründete IG Taxi spricht von einer «Endlosvergabe» von Bewilligungen, oft an Arbeitslose und Fürsorgeempfänger. Die übergrosse Zahl Taxis führt dazu, dass die Fahrer bis 15 Stunden arbeiten müssen, um eine Familie ernähren zu können. Weniger Taxifahrer, so Ledergerber, würden das Einkommen erhöhen und das Niveau der Fahrer heben.
Subvention von Öko-Taxis?
Die spektakulärste Idee Ledergerbers ist auch die umstrittenste: eine einheitliche Lackierung aller Taxis. «Blau-weisse Taxis zum Beispiel, das wäre super», sagte er gestern gegenüber dem TA. Ein Einheitslook könnte auch mit Sponsoring, ökologischen Anforderungen und Alterslimiten für Fahrzeuge verbunden werden. Als Beispiel nennt Ledergerber die Stadt Mailand, wo eine grosse Flotte von sparsamen Hybrid-Taxis mit zusätzlichem Elektroantrieb verkehrt. Beim Kauf eines Öko-Fahrzeugs erhält der Halter von der Stadt einen Beitrag von mehreren Tausend Euro.
In New York sind die Taxis gelb, in Deutschland crèmefarben, und die Flughafentaxis sind alle weiss. «Ein einheitliches Bild macht es dem Kunden einfacher, ein Taxi heranzuwinken», sagt Serge Cuendet, Präsident der IG Airport-Taxi. Weiterer Vorteil einer blauen oder blau-weissen Zürcher Taxi-Flotte: Auswärtige Landtaxis, die in Zürich «über den Hag fressen», wären von weitem als fremde Taxis erkennbar, die in Zürich keine Kunden anwerben dürfen.
Die Idee einer blau-weissen Zürcher Taxi-Flotte ist nicht ganz neu. Vor fünf Jahren hatte der Gemeinderat eine entsprechende Einzelinitiative hochkant beerdigt. Argumente vieler Taxifahrer gegen den Einheitslook: Diese Fahrzeuge lassen sich privat oder für diskrete Spezialaufträge kaum verwenden. Und ausrangierte blau-weisse Autos lassen sich höchstens ins ferne Ausland verkaufen. Eine Regelung könnte zudem nur auf massiven Druck der Stadt durchgesetzt werden. Von den 1521 Zürcher Taxis ist rund die Hälfte den vier grossen Zentralen angeschlossen, die übrigen arbeiten unabhängig.
Weisse Bändel an der Antenne
Der Taxi-Verband Zürich startet nun eine Freundlichkeitsoffensive. «Wer unterschreibt, dass er den Dienst am Kunden erfüllt, die Beförderungspflicht einhält und mit dem Gepäck hilft, erhält einen weissen Bändel an die Antenne», sagt Vize-Präsident Stefan Löble. Ledergerbers Vorschläge bezeichnet er als «guten und konstruktiven Ansatz».
Rapperswil-Jona SG: Schofför spürte plötzlich metallenen Gegenstand an der Schläfe - Taxifahrer ausgeraubt - Täter mutmaßlich slawischer Herkunft gesucht
Am Freitagabend (01.04.2010) wenige Minuten vor Mitternacht, hat ein unbekannter Täter an der Grüzenstraße einen Taxifahrer überfallen. Mit der Beute von mehreren hundert Franken flüchtete er zu Fuß. Die Polizei sucht Zeugen.
Der Täter bestieg beim Bahnhof Rapperswil ein Taxi und wünschte ins Eichfeldquartier chauffiert zu werden. In der Grüzenstraße bat der Fahrgast den Schofför anzuhalten. Nachdem das Fahrzeug anhielt, spürte der 60-jährige Taxifahrer einen metallenen Gegenstand an der Schläfe.
Der Täter erklärte ihm, daß es sich um eine Pistole handle und forderte den Schofför auf, ihm sein Portmonee auszuhändigen. Dieser kam der Forderung nach und übergab dem Unbekannten sein Serviceportemonnaie. Der Täter ergriff die Flucht zu Fuß in Richtung Eichfeld. Er wird folgendermaßen beschrieben:
Zk. 20 Jahre alt, zk. 170-175 Zm. groß, slawischer Typ, feste Statur, oval-rundliche Gesichtsform, sprach Schweizerdeutsch, trug Jeans, blaue Jacke und graue Mütze.
Wer Angaben zum Raubüberfall machen kann, wird gebeten, sich mit der Polizeistation Rapperswil-Jona, 052 222 70 20, in Verbindung zu setzen.
Mittwoch 1.4.2010
900 Arbeitsstunden
Zwei 29-jährige Jugendfreunde aus Rapperswil Marco Kundert als Informatiker und Marco Lehmann als Marketingmann wollen nun den Taxi-Markt aufmischen. Sie haben in 900 Arbeitsstunden das Programm Taxi Beam entwickelt, das die Zulassung von Apple erhalten hat, gratis im App-Store erhältlich ist (für Fahrer und Kunde) und schon 4000-mal heruntergeladen wurde. Wenn sowohl Taxifahrer wie auch Kunde ein iPhone besitzen, finden sie den Weg ohne weitere Kosten und auf einfachste Art zueinander. Der Taxifahrer bezahlt jedes Mal, wenn er so einen Kunden bedient, einen Franken an die Entwickler. Diese liefern davon wiederum 30 Rappen an Apple ab.
So funktionierts: Der Kunde öffnet das Programm, das iPhone merkt per GPS, dass er zum Beispiel am Stauffacher steht und zeigt eine Liste aller freien Taxis in der Umgebung an, dasjenige am nächsten zuoberst. Der Kunde gibt die Anzahl Passagiere, Name und Telefonnummer an und wann er abgeholt werden möchte. Der Taxifahrer, der als Erster den Auftrag bestätigt, bekommt den Zuschlag. Die Position von Taxi und Kunde wird von nun an auf Google Map angezeigt. Der Fahrgast kann zusätzlich mit dem Taxifahrer telefonisch Kontakt aufnehmen sowie Sonderwünsche wie Kinderwagen oder Rollstuhl eingeben.
70 Taxis in Zürich bereit
«Heute Abend legen wir voll los», sagte gestern Informatiker Marco Kundert. Im Umkreis von 11 Kilometern um Zürich sind bereits 70 Taxis angeschlossen, in der ganzen Schweiz 140. Die 70 Taxis sind allerdings die allerunterste Grenze, um erfolgreich zu sein. Denn im Schichtbetrieb sind nie alle im Dienst, und einige sind immer zu weit entfernt. «Wenn zu wenige Taxis verfügbar und die Wartezeiten zu lange sind, löschts den Kunden schnell ab», sagt Kundert. Was den beiden Entwicklern wichtig ist: «Wir wollen keinen Streit.» Deshalb arbeiten sie eng mit dem Taxiverband zusammen. Die Applikation soll die Landtaxis nicht animieren, in Zürich Gäste aufzuladen. Im Gegenteil: Nicht in Zürich zugelassene Taxis werden im Programm gar nicht angezeigt.
Die beiden App-Entwickler haben bereits Konkurrenz durch den freien Taxifahrer Stefan Löble aus Zürich erhalten. Sein Programm www.mobiletaxi.ch , das er für 50'000 Franken entwickeln liess, funktioniert nicht nur auf dem iPhone und anderen Smartphones, sondern auch über das Internet. Auch die Abrechnung ist anders: Der Taxifahrer bezahlt 450 Franken pro Monat, dafür ist der einzelne Auftrag gratis. Löble wartet noch zu, bevor er online geht: «Zuerst muss ich genügend Fahrer haben.» Deshalb können die ersten 50 gratis mitmachen. Beide Systeme haben für die Fahrer zumindest finanzielle Vorteile: Sie sparen sich die rund 1000 Franken pro Monat für den Anschluss an eine grosse Taxizentrale sowie das teure Funkgerät.
Die Grossen werden nervös
Der freie Taxifahrer Peter Stöckli aus Hombrechtikon, ehemaliger Präsident des Taxiverbands Zürich, ist begeistert von Taxi Beam. «Als 56-Jähriger habe ich mir ein iPhone gekauft, und es funktioniert super.» Stöckli, der die Zürcher Zulassung hat, ist überzeugt, dass die Taxivermittlung über das Handy Zukunft hat und dass das Monopol der grossen Taxizentralen aufgebrochen wird.
Die Grossen 444 und 7×7 nehmen die Konkurrenz gegen aussen gelassen. 444-Chef Remo Santi sagt: «Das ist keine Bedrohung, sondern eine Ergänzung. Unsere Kunden schätzen den persönlichen Kontakt am Telefon.» Nervös sind die Zentralen aber trotzdem: Alpha-Taxi (7×7) hat den Taxi-Beam-Entwicklern jedenfalls die Internetadresse www.taxibeam.ch weggeschnappt.
Mittwoch 31.3.2010
Roberto Weidmann, Mitglied der Taxikommission der Stadt Zürich und Sprecher des Dachverbands Stadtzürcher Taxigewerbe, sitzt seit 28 Jahren selber am Steuer: «Was sich gewisse Taxifahrer erlauben, ist unter aller Sau. Schlägereien stehen an der Tagesordnung. Behinderte und Schwangere werden regelmässig stehen gelassen. Ich selber wurde schon bedroht, als ich einen anderen Taxifahrer kritisierte.»
Über 1500 Betriebsbewilligungen habe die Stadt Zürich erteilt. Das seien viel zu viele, deshalb auch der harte Kampf um lange Fahrten, so Weidmann weiter. Zudem dürfe jeder Taxifahrer, der eine solche Bewilligung hat, am Bahnhof stehen. Solange die Stadt Zürich die Bewilligungen nicht limitiere, gibt es für ihn nur eine Lösung: «Einzig ständige Polizeipräsenz kann dieses Problem lösen.»
Keine zusätzliche Polizeipräsenz
Auch die IG Taxi sucht nach Lösungen. Präsidentin Dolores Zanini bemüht sich darum, dass die fehlbaren Chauffeure nicht ungestraft davonkommen: «Wir fordern alle Taxifahrer auf, diese schwarzen Schafe bei der Polizei zu melden. Sehr hilfreich wäre es, wenn die Gewerbepolizei in zivil Kontrollen durchführen würde.»
Doch bei der Stadtpolizei Zürich winkt man ab. Schon heute sei man präsent, erklärt Sprecher Tobias Brutschi auf Anfrage: «Im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit kontrolliert die Stadtpolizei Zürich auch den Taxistand am HB, genauso wie dies auch bei anderen Taxiständen in der Stadt Zürich geschieht.»
Tagesanzeiger.ch-Leser Anton Keller schlägt im Kampf gegen die Missstände die ständige Video-Überwachung vor: «Eine preiswerte Lösung für die Probleme am Taxistandplatz am Hauptbahnhof: eine fix installierte Videokamera mit Rekorder der Stadtpolizei.» Doch auch diese Lösung kommt für die Polizei nicht infrage: «Eine Videoüberwachung am Zürcher Hauptbahnhof ist unter den bestehenden gesetzlichen Grundlagen nicht möglich», so Brutschi weiter. Den Fahrgästen, welche ungerechtfertigt nicht befördert wurden, empfiehlt Brutschi Anzeige zu erstatten.
Trotz Beförderungspflicht: Am Zürcher HB sind viele Taxifahrer wählerisch.
Sie musste in die Notaufnahme doch kein Taxi nahm sie mit
Fünf Taxichauffeure weigerten sich, eine 25-jährige in die Notaufnahme zu fahren. Die junge Frau hatte ein Stück Poulet in der Luftröhre und musste zu Fuss und mit der Polybahn ins Spital (Tagesanzeiger vom 30.3.2010).
Ähnliches berichtet auch Tagesanzeiger.ch-Leser Weber Bernd, der nach einem Schienbeinbruch an Krücken ging und am Zürcher HB ins Taxi steigen wollte: «Nachdem mir 4 Fahrer wegen zu kurzer Distanz abgesagt haben, blieb der fünfte Fahrer seelenruhig rauchend im Auto sitzen, während ich mühsam, die Koffer selbst in den Kofferraum stellen musste.» Und auch Lara Fritschi ist empört: «Sichtbar schwanger ging ich mit meinen fünf Taschen an den Taxistand am HB, keiner wollte mich mitnehmen. Ich musste mit dem ganzen Gepäck ins Tram.»
«Unfreundlich und schlecht ausgebildet»
Auch andere Leser beschweren sich über unfreundliche und schlecht ausgebildete Taxichauffeure: «Diese Meldung überrascht mich nicht: Die Taxifahrer in Zürich sind wohl das Schlimmste, was eine Weltstadt zu bieten hat. Vielfach unfreundlich, schlechtes Deutsch, von Englisch-Kenntnissen gar zu schweigen, rücksichtslos, schlecht ausgebildet, Preis/Leistung stimmt überhaupt nicht», schreibt Leser David Fehlmann.
Ins gleiche Horn bläst Leserin Edith Habermann: «Die Zürcher Taxis sind eine Zumutung. Ein Grossteil der Fahrer sind unfreundliche, rücksichtslose Rüpel, die kaum Deutsch sprechen und denen man Strasse um Strasse erklären muss, wo sie durchfahren müssen, damit sie nicht einen grossen Umweg fahren.»
IG Taxi kennt das Problem mit den «schwarzen Schafen»
Ähnliches ist auch Leser Urs Brämi aufgefallen: «Wer regelmässig ab dem Zürcher Hauptbahnhof ein Taxi benutzt, wundert sich nicht über diesen Vorfall. Viele Taxichauffeure sind machohaft, arrogant, unhöflich und sprechen oft nur gebrochen Deutsch. Wenn Gepäck im Kofferraum transportiert werden soll, muss dort oft zuerst der halbe Hausrat des Chauffeurs beiseite geräumt werden. Im Vergleich zum Ausland sind Zürcher Taxis ein Graus!»
Dass das Image der Zürcher Taxifahrer ramponiert ist, weiss auch Dolores Zanini, Präsidentin der neu gegründeten IG Taxi: «Gerade am HB hat es sehr viele schwarze Schafe, welche Fahrten verweigern. Kundinnen haben mir auch schon berichtet, dass sie von Taxifahrern belästigt wurden.»
Fahrtenverweigerung bei aggressiven Kunden
Dass man Kunden nicht fährt, sei nur in Ausnahmefällen nachvollziehbar: «Ich habe mich auch schon geweigert, Kunden zu transportieren. Wenn jemand zum Beispiel aggressiv ist, oder so betrunken, dass er sich im Taxi zu übergeben droht. Ansonsten liegt Fahrtenverweigerung nicht drin», so Zanini weiter. Die IG Taxi wurde unter anderem gegründet, um das Image und auch den Service zu verbessern. Unter anderem werden Treffen angeboten, bei denen mit Chauffeuren Probleme besprochen werden.
Poulet süss-sauer mit Jasminreis stand auf dem Menüplan von Lena Meier (Name geändert), als sie letzten Mittwoch im Büro ihre Mittagspause einlegte. Doch schon der erste Bissen wurde ihr zum Verhängnis: Ein kleines Stück Huhn geriet ihr in den falschen Hals. Sie hustete, doch das Fleisch blieb stecken. Die 25-Jährige bekam kaum noch Luft, hatte Tränen in den Augen und konnte nicht mehr schlucken.
Vom Limmatplatz aus hetzte Lena Meier gegen 13 Uhr in die nahe Permanence des Hauptbahnhofs. Dort konnte man ihr aber nicht helfen: «Ein Arzt forderte mich auf, sofort die Notfallstation des Universitätsspitals aufzusuchen.» Er bot ihr an, eine Ambulanz zu rufen. Lena Meier fand, diese kurze Strecke schaffe sie auch mit dem Taxi.
«Ich fahre niemanden, der krank ist»
Das Problem war nur: Die Taxifahrer am Standplatz vor dem HB lehnten es gleich reihenweise ab, die Patientin mitzunehmen. «Ich fahre niemanden, der krank ist», beschied ihr der Erste. Der Zweite drehte das Fenster hoch, bevor sie überhaupt ihr Fahrziel nennen konnte. Als drei weitere ihr Winken einfach ignorierten oder demonstrativ in ihre Zeitung starrten, gab Lena Meier auf. Sie ging zu Fuss und nahm am Central die Polybahn, um in die Notaufnahme zu gelangen. Sie habe wohl nicht sehr appetitlich ausgeschaut, sagt Meier. Geblutet habe sie nicht. «Ich musste mir aber ein Taschentuch vor den Mund halten, um den Speichel aufzufangen.» Reicht das, um ihr die Fahrt zu verweigern?
Das tut es nicht, sagt Marco Cortesi. Der Medienchef der Stadtpolizei Zürich findet klare Worte für das Verhalten der Chauffeure: «Wenn sich das so abgespielt hat, ist das ungeheuerlich und völlig inakzeptabel.» So etwas grenze an unterlassene Hilfeleistung und hätte möglicherweise Konsequenzen, wenn sich die Betroffene die Nummern notiert und die Fahrer angezeigt hätte.
Laut der städtischen Taxiverordnung gilt eine Beförderungspflicht. Chauffeure haben einen Fahrauftrag «sofort auszuführen». Eine Fahrt ablehnen dürfen sie nur, wenn «sie aus einem in der Person des Fahrgasts liegenden Grund nicht zugemutet werden kann». Etwa wenn ein Kunde sturzbetrunken ist, ausfällig wird oder der Fahrer damit rechnen muss, dass sein Auto stark verschmutzt wird. «Leider legen einige Chauffeure diesen Artikel weiter aus, als sie sollten», sagt Remo Santi, Präsident der städtischen Taxikommission und Chef von Taxi 444. Gerade jene Fahrer, die ihre Kunden fast nur am HB auflesen, versuchen mit dem Kniff kurze Strecken zu vermeiden oder unliebsame Fahrgäste loszuwerden.
Es geht auch anders
«In meiner Firma würde ich so ein Verhalten nicht tolerieren», sagt Santi. Schliesslich sei es darum gegangen, einem Menschen in Not zu helfen. Auch Cortesi findet, die Chauffeure hätten sich unabhängig von den Vorschriften um die junge Frau kümmern sollen: «Das ist schlicht eine Frage von Menschlichkeit und Zivilcourage.» Santi ärgert sich sehr über die schwarzen Schafe. Sie brächten eine Berufsgruppe in Misskredit, die sich bei Kranken und Gebrechlichen grösstenteils vorbildlich verhalte. Santi: «Wir fahren täglich Hunderte Patienten zum Doktor.» So habe er gerade einen Dankesbrief erhalten, weil sich ein Fahrer rührend um eine Hochschwangere gekümmert habe.
Mit einem Happy End endete auch Lena Meiers Odyssee obwohl ihr im Spital kurz schwarz vor Augen wurde: Die Ärzte gaben ihr ein Zäpfchen, um die Muskeln zu lösen. 15 Minuten später war das Pouletstück draussen. Laut einem Arzt des Unispitals sollten Patienten sitzend oder in linker Seitenlage transportiert werden, wenn ihnen etwas in den «falschen Hals» (Luft- oder Speiseröhre) gerät. Sei die Luftröhre betroffen, solle man auf alle Fälle die Sanität rufen vor allem bei Kindern.
Sprechen von Diskriminierung: Zürcher Taxifahrer klagen über Konkurrenz durch auswärtige Taxis.
Heute Dienstagabend wird im Restaurant Markthalle im Kreis 5 die Interessengemeinschaft IG-Taxi aus der Taufe gehoben. Sie richtet sich vor allem an jene Chauffeure in Zürich, die keiner der grossen Vermittlungszentralen angeschlossen sind, wie Präsidentin Dolores Zanini im Einladungsbrief schreibt. Den Anliegen dieser Fahrer wolle man bei den Behörden mehr Gehör verschaffen.
«Unsere Ziele sehen wir vor allem in der Verbesserung des Services für die Kunden und in Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten», schreibt Zanini. Negative Medienberichte in den letzten Monaten hätten sie dazu bewogen, sich «intensiv für eine Image-Korrektur einzusetzen». Meldungen über schwarze Schafe im Zürcher Taxigewerbe, die Fahrgäste im Regen stehen liessen, weil ihnen die Fahrt zu wenig lukrativ war, oder die gar handgreiflich wurden, hatten die Branche aufgeschreckt.
Vorfälle online melden
Jetzt will die IG-Taxi Gegensteuer geben, wie Mitbegründerin Jacqueline Maresch sagt, die seit 46 Jahren Taxi fährt. Es gehe vor allem darum, das Gespräch mit möglichst vielen Chauffeuren zu suchen und sie für optimalen Service zu sensibilisieren. Dazu plant die IG monatliche Treffs, an denen Chauffeure Probleme besprechen. Zudem will sie Empfehlungen zur Qualitätssteigerung abgeben. Weiter richtet die IG eine Online-Plattform ein, auf der Kunden Probleme mit Taxifahrern melden können. Schwarze Schafe gelte es zur Rede zu stellen, notfalls müsse die Gewerbepolizei eingeschaltet werden. Daneben sieht sich die neue IG auch als Lobby der Stadttaxis im Kampf gegen Taxifahrer von auswärts. Wegen der Landtaxis aus umliegenden Ortschaften und Kantonen herrscht in der Zürcher Taxibranche seit längerem dicke Luft: weil diese Auswärtigen mit eingeschalteten Taxilampen («Guenern») in der Stadt unerlaubterweise nach Fahrgästen suchen. An Wochenenden sind laut Maresch gut und gerne 200 bis 300 solcher «wilder» Taxis unterwegs, die im Unterschied zu Zürcher Autos keine blau-weisse Dachlampen haben. Sogar aus Deutschland tauchten Taxis aus und schnappten, etwa vor Musikklubs, einheimischen Chauffeuren Kunden weg. Gegenüber auswärtigen Taxifahrern seien Zürcher Chauffeure diskriminiert, sagt Maresch. Denn Zürcher Chauffeure müssten sich an diverse Vorschriften halten, jährlich Gebühren für Standplätze zahlen, eine Prüfung in Stadtkunde ablegen und sich an vorgeschriebene Fahrpreise halten. All dies gelte für die Landtaxis nicht.
Die IG stösst sich auch an der Konzessionsvergabe der Stadt. Die «Endlosvergabe» von Taxi-Bewilligungen, oft an Arbeitslose und Fürsorgeempfänger, habe dazu geführt, dass viel zu viele Taxis unterwegs seien, kritisiert Maresch. In Zürich mit 360'000 Einwohnern gebe es 1700 Taxis, das seien 500 zu viel. «Der Markt regelt sich eben nicht selber», sagt sie. In Berlin mit 2 Millionen Einwohnern gebe es nur rund 2000 Taxis.
Stadt: «Freier Markt»
Bei der Stadtpolizei verweist Sprecher Marco Bisa auf die geltende Taxivorschrift, die grundsätzlich keine Beschränkung der Taxibetriebsbewilligung vorsieht. «Es herrscht freier Markt wie bei vielen anderen gewerblichen Betrieben auch.» Das Problem der Landtaxis sei bekannt, die Stadtpolizei führe regelmässig Kontrollen durch.
Die neue IG tritt in Konkurrenz zum 2003 gegründeten Taxiverband Zürich. «Wir wollen einen anderen Weg einschlagen», sagt Maresch, Streit gebe es keinen. Taxiverbandspräsidentin Marianne Ben Salah nimmt die Neugründung gelassen. Sie rechnet nicht mit Grabenkämpfen. die Ziele der beiden Organisationen seien sehr ähnlich: «Wir müssen alle am selben Strick ziehen, das Business ist hart genug.»
Remo Santi, Präsident der Taxikommission der Stadt Zürich, begrüsst «jede Bemühung, Qualität und Arbeitsbedingungen im Taxiwesen zu verbessern». Allerdings frage er sich, ob es dazu noch eine weitere Organisation braucht. Nötig wäre vielmehr eine Bündelung der Kräfte. Eine gewisse Entschärfung des Problems mit der Konkurrenz durch Landtaxis verspricht sich Santi von der neuen Taxiverordnung. Diese hat der Gemeinderat im letzten Sommer verabschiedet. Wegen Einsprachen aus dem Taxigewerbe ist sie aber noch blockiert.
Lengnau/BE.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein Taxifahrer in seinem Auto in Lengnau von einem Unbekannten mit einer Waffe bedroht.
Kapo BE/MC
Er bedrohte den Fahrer mit einer Schusswaffe und verlangte die Einnahmen.
Am Sonntag, 7. März 2010, wurde um 0130 Uhr ein Taxifahrer angerufen, um beim Bahnhof Lengnau Passagiere aufzunehmen. Vor Ort öffnete ein maskierter Unbekannter die Autotüre und setzte sich unaufgefordert in das Taxi. Er bedrohte den Fahrer mit einer Schusswaffe und verlangte die Einnahmen. Der Taxifahrer wehrte sich, worauf der Unbekannte flüchtete. Dabei wurde er von einer weiteren Person begleitet, welche sich während des Vorfalls in der Nähe befunden hatte.
Die beiden Männer wurden wie folgt beschrieben:
Die beiden Unbekannten vom Typ Nordafrikaner sind 18- bis 20-jährig und zwischen 160 und 170 cm gross. Sie waren dunkel gekleidet. Der Französisch mit Akzent sprechende Täter trug einen weiss/schwarz karierten Schal und einen dunklen Umhang.
Hinweise und Beobachtungen nimmt die Kantonspolizei in Biel, Telefon 032 344 51 11, entgegen.
Quelle Polizeinews
Oberengstringen/ZH.
Ein Unbekannter hat am frühen Sonntagmorgen (28.2.2010) in Oberengstringen eine Taxifahrerin überfallen und dabei Bargeld in der Höhe von mehreren hundert Franken erbeutet. - Kapo ZHMC
Mit ihrem Portemonnaie stieg der Täter schliesslich aus dem Taxi und ergriff die Flucht.
Zwei unbekannte Männer stiegen um zirka 05.30 Uhr beim Zehntenhausplatz in Zürich-Affoltern in das Taxi der 64-jährigen Fahrerin ein. Während der eine der beiden Männer nach kurzer Fahrt an der Lerchenhalde aus dem Taxi ausstieg, liess sich der andere weiter nach Oberengstringen an die Zürcherstrasse fahren. Nachdem das Taxi bei der Bushaltestelle Paradies angehalten hatte wurde die Fahrerin durch den Mann plötzlich angegriffen und am Hals gewürgt. Mit ihrem Portemonnaie stieg der Täter schliesslich aus dem Taxi und ergriff die Flucht.
Zeugenaufruf: Personen, die in diesem Zusammenhang verdächtige Wahrnehmungen machen konnten, werden gebeten, sich mit
der Kantonspolizei Zürich, Tel. 044 247 22 11, in Verbindung zu setzen.
Quelle Polizeinews
Taxis wären vorhanden: Nur wollen die nicht immer fahren.
Nachdem der letzte Zug aus Bern eingefahren ist, kommt noch einmal Leben in die Bahnhofshalle. Es ist Sonntagmorgen um halb drei, als ein knappes Dutzend müder Reisender den Taxistand beim Bahnhofplatz anpeilt. Dort werden sie Zeugen eines unwürdigen Spektakels. Nichts geht mehr, alles scheint blockiert. Die Schuldigen sind schnell ausgemacht. Ganz vorne in der Reihe der Taxis ist ein Machtspiel im Gange. Während sich der Chauffeur weigert, loszufahren, denken seine Gäste nicht daran, auszusteigen. Dem Fahrer sei das Ziel nicht genehm, heisst es. Auf der Rückbank beruft man sich auf Artikel 20 der Taxiverordnung, die Beförderungspflicht. So bleibt der Flaschenhals, der wegen einer Baustelle noch enger als sonst ist, minutenlang verschlossen.
Unter 100 Franken geht nichts
Weiter hinten stehen neben geöffneten Fahrertüren Kollegen des Anti-Dienstleisters und stossen mehrsprachige Flüche aus. Und um ihre grossen, schwarzen Limousinen wuseln verstört die Gestrandeten, klopfen an verschlossene Türen, stehen im Regen. Manchmal lässt ein Taxifahrer die Scheibe herunter und gleich wieder hinauf, wenn er hört, wo die Reise hingehen soll: «Zum Bucheggplatz, bitte.»
Im dritten Glied schert einer aus der Reihe und nimmt zwei sich unbekannte Nachtmenschen mit ähnlichem Fahrziel mit. Er sagt: «Um diese Uhrzeit müssen sie schon nach Horgen wollen.» Es gebe Taxifahrer, die ihren Motor nur dann starteten, wenn die Fahrt mindestens 100 Franken einbringen würde. «Zeigen Sie diese Leute bei der Polizei an!»
Probleme am Bahnhof: «logisch»
Laut Stadtpolizei geschieht das nur ein- bis zweimal im Monat. Dass es die meisten Probleme am Hauptbahnhof gibt, sei logisch, sagt Sprecherin Brigitte Vogt, es habe dort halt am meisten Taxis. Kontrollen seien schwierig, da die Polizei nicht verdeckt ermitteln darf. «Das ist nicht dasselbe wie Parksünder büssen.» Man plane auch nicht, beim Taxistand am HB vermehrt Präsenz zu markieren. «Es geht auch um Eigenverantwortung. Wir können nicht überall einen Polizisten hinstellen.»
Dass nur wenige eine Fahrtverweigerung zur Anzeige bringen, bedauert Remo Santi, Präsident der Taxikommission der Stadt Zürich: «Der Druck auf fehlbare Taxifahrer muss massiv erhöht werden.» Einem Gast die Fahrt zu verweigern, nur weil dieser eine kurze Strecke zurücklegen möchte, sei etwas vom Schlimmsten überhaupt. «Am Hauptbahnhof haben wir damit definitiv ein Problem. Das tut mir weh.» Die Taxis am HB gehörten schliesslich zur Visitenkarte der Stadt. In der Tat werfen die chaotischen Zustände beim Taxistand gegenüber der noblen und weltberühmten Bahnhofstrasse ein schiefes Licht auf Zürich. Unfreundlicher werden Touristen nur am Bahnhof Napoli Centrale empfangen, nachts um halb vier, während einer Grossaktion gegen die Mafia.
Freie Wahl funktioniert nicht
Die Chef-Vermarkter der Limmatstadt wollen von all dem aber nichts wissen. Für Zürich Tourismus ist das Problem seit der Einführung der freien Taxiwahl mehr oder weniger gelöst man störe sich mehr an dem uneinheitlichen Look der Taxis, wie Marketingleiter Frank Bumann sagt.
Gerade diese freie Wahl sei aber der engen Platzverhältnisse wegen beim HB nicht gewährleistet, entgegnet Remo Santi: «Steigen Sie ins fünfte Taxi in der Reihe, warten Sie wegen des Flaschenhalses möglicherweise eine Viertelstunde lang, bis Sie endlich wegfahren können.»
Stadt ist verantwortlich
Anders als beim Flughafen, wo die Taxis auf Privatgrund warten, befindet sich der Taxistand beim Bahnhofplatz auf öffentlichem Boden. Deshalb, sind sich Santi und Bumann einig, müsse sich die Stadt um die Probleme dort kümmern. Beide fordern mehr Kontrollen. Laut Santi könnte das Problem auch entschärft werden, wenn die Vergabe von Lizenzen mit höheren Auflagen verbunden wäre. Mit 4 Taxis auf 1000 Einwohner weise Zürich eine der höchsten Taxidichten Europas aus. «Solange aber Esther Maurer (SP) Vorsteherin des Polizeidepartements ist, wird sich diesbezüglich bestimmt nichts ändern.» Einen Tipp für Opfer der Fahrtenverweigerer hält Remo Santi dennoch bereit: «Beim HB-Ausgang Landesmuseum funktioniert es zum Glück besser. Dorthin können auch die Bestellzentralen der Stadt ihre Taxis schicken.»
Donnerstag, 23. April 2009
Sie halten sich nicht an die Regeln. Die Taxifahrer machten zu kurze Pausen, hatten keinen Stadtplan oder keine Tarifverordnung dabei. «Wenn ein Taxifahrer keine Tarifverordnung im Wagen hat, kann sich der Fahrgast kein Bild über die Fahrpreise machen», sagt ein Sprecher der Stadtpolizei Winterthur. Auch der Stadtplan sei Vorschrift. Die geahndeten Verstösse gegen die Arbeits- und Ruhezeitverordnung und die Taxiverordnung seien «eher gering» - was vielleicht erkläre, warum gleich die Hälfte der Taxifahrer verzeigt werden musste, so der Sprecher. Die Chauffeure würden nur gelegentlich kontrolliert. (cim)
Quelle Google News
Tages Anzeiger